In Sachsen-Anhalt spitzt sich der interne Konflikt in der AfD weiter zu. Mehrere führende Mitglieder erheben schwere Vorwürfe gegeneinander, darunter Abrechnungsbetrug, Vetternwirtschaft und geheime Aufnahmen. Der Bundestagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt, der im Februar als Generalsekretär des Landesverbands zurückgetreten war, wirft nun Landtagsabgeordneten vor, Reisen falsch abgerechnet und Familienangehörige von Vorstandsmitgliedern beschäftigt zu haben.
Als Reaktion auf Schmidts Vorwürfe prüft der Landesvorstand nach Informationen von Politico die Einleitung von Ordnungsmaßnahmen gegen Schmidt, die den Weg für ein mögliches Parteiausschlussverfahren ebnen könnten. Schmidt selbst kündigte an, Belege vorlegen zu wollen, jedoch nur parteiintern. Der Landesvorstand wollte sich zu den internen Vorgängen nicht äußern.
Gleichzeitig gibt es auch gegen Schmidt massive Vorwürfe, unter anderem wegen dubioser Geschäftspraktiken und der Anstellung von Familienmitgliedern in einer seiner Firmen. Schmidt wies diese Vorwürfe als „substanzlos“ zurück und sprach von einer parteiinternen Kampagne. Mehrere AfD-Politiker bestätigten zudem, dass Schmidt Parteimitglieder unter Druck gesetzt haben soll.
Der Landesvorstand will am Montag auch über Ordnungsmaßnahmen gegen den Landtagsabgeordneten Matthias Lieschke beraten. Ihm wird vorgeworfen, ein Kreisspitzentreffen heimlich aufgezeichnet und die Audiodatei an Schmidt weitergeleitet zu haben. Lieschke äußerte sich nicht dazu, während Schmidt bestritt, eine solche Aufnahme erhalten zu haben.
Zudem soll über eine Ordnungsmaßnahme gegen Diana Lorenz entschieden werden, die im Landesvorstand sitzt. Ihr wird vorgeworfen, Finanzunterlagen nicht herausgegeben zu haben. Der interne Streit droht die Partei zu spalten, die laut Umfragen mit 40 Prozent als Favorit für die Landtagswahl im September 2026 gilt.



