Der Bürgerschaftssaal im Wismarer Rathaus war am Freitag Schauplatz einer bewegenden Verabschiedung: Uwe Oertel, Leiter der Polizeiinspektion Wismar, wurde nach 44 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. Kollegen, Weggefährten und Vertreter der Politik würdigten seine Arbeit. Oertel selbst gestand: „Das ist ein komisches Gefühl, muss ich ehrlich sagen. 44 Jahre – das ist schon eine Zeit.“
Oertels Karriere begann 1985 bei der Deutschen Volkspolizei nach einem Hochschulstudium. Nach Stationen in der Bereitschaftspolizei, im Innenministerium und als Leiter der Inspektion Zentrale Dienste in Stralsund folgten Führungsaufgaben im Landesamt für zentrale Aufgaben, bei der BAO Kavala für den G8-Gipfel und im Polizeirevier Ludwigslust. Von 2009 bis 2017 leitete er den Führungsstab des Landesbereitschaftspolizeiamtes, bevor er 2020 die Leitung der Polizeiinspektion Wismar übernahm.
Innenminister Christian Pegel betonte Oertels langjährige Erfahrung und Verdienste: „Mit seiner langjährigen Erfahrung im Polizeidienst sowie in der Verwaltung hat er in unterschiedlichen Führungsfunktionen Verantwortung übernommen und wichtige Impulse eingebracht.“ Wismars Bürgermeister Thomas Beyer hob Oertels Verständnis von Sicherheit als gemeinsame Aufgabe hervor, etwa durch Projekte wie „Sichere Orte“.
Zum 30. April 2026 endet Oertels Dienst. Lutz Müller, Inspekteur der Polizei MV, kündigte eine zeitnahe Nachbesetzung an: „Avisiert ist der 1. Juni.“ Oertel selbst formulierte drei Wünsche: ausreichende Ressourcen für die Polizei, insbesondere IT-Technik; den inneren Zusammenhalt der Landespolizei; und die endgültige Beseitigung der Mängel am Gebäude der Polizeiinspektion Wismar, dessen Fassade abbröckelt.
Der scheidende Polizeidirektor bleibt seinen Kollegen verbunden, etwa bei regelmäßigen Skatrunden mit Ingo Renk, Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust.



