Der nach mehrfachen Strandungen an der Ostseeküste von einer privaten Initiative in die Nordsee gebrachte Buckelwal „Timmy“ ist nach Einschätzung von Experten wahrscheinlich tot. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund teilte mit, es sei davon auszugehen, dass das extrem geschwächte Tier nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, und nicht mehr lebt.
Der Verbleib des bei Wismar freigesetzten Wals bleibt offen, da der angebrachte GPS-Sender keine Ortsdaten übermittelt. Walforscher Fabian Ritter warnte, falls sich bewahrheite, dass der Peilsender keine Daten liefere, wäre das eine Katastrophe, auch für das Rettungsteam. Der dänische Meeresbiologe Peter Madsen kritisierte, ohne verwertbare Ortsdaten könne die Mission weder als Erfolg noch als Misserfolg gewertet werden. Sollte der Wal tot sein, ohne dass es je belegt werden könne, wäre die gesamte Aktion umsonst und Tierquälerei gewesen.
Die bisherigen Kosten für die Rettung belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro, finanziert von Karin Walter-Mommert und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz. Darin sind jedoch noch nicht alle Kosten enthalten, etwa für die angemieteten Schiffe. Das Schiff „Fortuna B“ war am Sonntagabend in Cuxhaven angekommen, ist aber seit über 24 Stunden nicht mehr trackbar.
Kritik gibt es auch an der Informationspolitik: Die Initiative stellt die Daten nur intern und dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung. Madsen bezeichnete dies als sehr seltsam und unprofessionell. Das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte, eine Funktionsprüfung des Senders vor dem Einsatz wäre üblich und zu erwarten gewesen. Greenpeace-Experte Thilo Maack schloss sich dieser Einschätzung an.
Der aktuelle Aufenthaltsort des Buckelwals bleibt ungeklärt. Am Samstagmorgen wurde Timmy rund 70 Kilometer nördlich von Skagen in Dänemark freigelassen. Ohne zu wissen, wo sich das Tier befinde, lasse sich unmöglich sagen, ob es tot sei, so Madsen.



