Der ehemalige Oberbürgermeister von Neubrandenburg, Silvio Witt, soll neuer Bürgerbeauftragter von Mecklenburg-Vorpommern werden. Die rot-rote Koalition nominierte den 47-Jährigen am Montag als Kandidaten für das Amt, das er Anfang Januar 2025 antreten soll. Witt war im Herbst 2024 nach einem Streit um die Regenbogenflagge zurückgetreten.
SPD-Fraktionschef Julian Barlen lobte Witt als Brückenbauer mit klarer Haltung für die Demokratie. Linken-Fraktionschefin Jeannine Rösler hob seine Bodenständigkeit hervor. Witt selbst betonte, er wolle für alle Bürger da sein und kritische Punkte offen benennen. Er verstehe sich als Übersetzer zwischen Bürgern und Verwaltung.
Witt war zehn Jahre Oberbürgermeister Neubrandenburgs und wurde wiedergewählt. Sein Rücktritt erfolgte, nachdem die Stadtvertretung mit Stimmen von AfD, Rechtsextremen und BSW das Hissen der Regenbogenflagge untersagt hatte. Der homosexuelle Verwaltungschef sah sich Anfeindungen ausgesetzt. Sein Amt endet am 31. Mai 2025, vier Jahre vorfristig.
Die AfD lehnt Witt ab. Fraktionschef Nikolaus Kramer bezeichnete ihn als „gescheiterte politische Existenz“. CDU-Fraktionschef Daniel Peters kritisierte die späte Nominierung als „stillos und unwürdig“. Die Grünen hingegen lobten Witt als „sehr gute Wahl“. Witt bleibt parteilos und will sich bis zur Wahl am Mittwoch allen Fraktionen vorstellen, auch der AfD.



