Wal-Expertin rechnet mit Rettungsaktion ab: „Aktion ist keine Rettung“
Wal-Expertin rechnet mit Rettungsaktion ab: „Aktion ist keine Rettung“

Die Wildtiermedizinerin Kerstin Alexandra Dörnath hat die Rettungsaktion für den Buckelwal Timmy scharf kritisiert. In einem Interview mit t-online bezeichnete sie die Bemühungen als „politisch und behördlich abgesegneten Dilettantismus“. Der Wal sei bereits todkrank und werde den Transport in die offene Nordsee nach Einschätzung der Expertin nicht überleben.

Dörnath, die fast 30 Jahre Erfahrung in der Wildtiermedizin hat, erklärte, dass ein gesunder Buckelwal sich niemals ohne massive Gegenwehr verladen lassen würde. Dass Timmy sich mittels Gurten habe transportieren lassen, beweise nur, dass er sich im Sterben befinde. Die fehlende Flucht- und Abwehrreaktion sei ein Zeichen massiver physiologischer Erschöpfung.

Die Hoffnung der Initiative, dass der Wal bei seiner Rettung „mithelfen“ müsse, bezeichnete Dörnath als „anthropozentrisches Märchen“. Ein Tier, das bereits fünfmal gestrandet sei, habe kein biologisches Zeitfenster mehr für eine erfolgreiche Hilfe. Auch die Vokalisierung des Wals sei nicht als „Vorfreude“ auf Freiheit zu deuten, sondern als Ausdruck massiven Stresses.

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Die Tierärztin kritisierte zudem die Vermenschlichung des Tieres durch Politiker wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Hier werde politische Rhetorik über biologische Fakten gestellt. Dörnath ist promovierte Tierärztin und berät als Sachverständige Gerichte und Parlamentsausschüsse.

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