Anholt (Dänemark) – Der tote Buckelwal Timmy bläht sich am Strand von Anholt weiter auf. Im Inneren des Kadavers sammeln sich Verwesungsgase, die zu einer Explosion führen könnten. Trotz Warnungen nähern sich noch immer Menschen dem Tier.
Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund erklärt: „Man kann nicht genau sagen, wann so ein Tier platzt. Aber er wird platzen.“ Die Folgen eines unkontrollierten Platzens könnten schwerwiegend sein: „Wenn der Wal platzt, kommt die erste Gefahr von herumfliegenden Fleischklumpen“, so Neumeister. Der dänische Walforscher Peter Teglberg Madsen spricht von „kiloschweren Fleischbrocken, die dich töten können.“
Neben der Explosionsgefahr drohen Infektionen. Neumeister nennt mögliche Krankheitserreger wie Influenza, Toxoplasmose und Brucellose. Diese gelangen durch menschliche Abwässer ins Meer. Besonders gefährdet seien Schaulustige ohne Schutzkleidung. Über offene Wunden könnten Bakterien in den Körper gelangen und zu lebensbedrohlichen Blutvergiftungen führen.
Die für Donnerstag geplante Obduktion folgt einem internationalen Protokoll. Zunächst wird der Wal entgast, was Madsen mit der „Entschärfung einer Bombe“ vergleicht. Dafür wird ein spezielles Flensmesser verwendet. „Nur Experten wissen, wo sie durch die schwere Fettschicht stechen müssen, um die Verwesungsgase kontrolliert abzulassen“, so Neumeister.



