Sogar bei der Weltmeisterschaft in den USA ist der Chaosverein 1860 München ein Thema. Denn einer leidet ganz besonders mit: Rudi Völler (66). Der Ex-Löwen-Stürmer kennt die Situation nur zu gut.
Rückblick: Völlers Zeit bei den Löwen
Rudi Völler stürmte von 1980 bis 1982 im Löwen-Trikot und erzielte insgesamt 48 Tore. In der Zweitliga-Saison 1981/82 reichten ihm 37 Tore in 37 Spielen zur Torjäger-Kanone, jedoch nicht zum Aufstieg. Stattdessen erlebte Völler mit den Löwen einen Zwangsabstieg: Er wechselte als Top-Stürmer zu Werder Bremen für rund eine Million D-Mark Ablöse. Doch am Ende fehlte 1860 München wieder das Geld, und es kam zum Zwangsabstieg in die Bayernliga.
44 Jahre später: Völler und Nagelsmann verfolgen die Entwicklung
Heute ist Völler DFB-Boss, und selbst bei der Nationalmannschaft ist der Chaos-Verein ein Thema. Trotz der WM-Vorbereitung schauen zwei Ex-Löwen gebannt nach München. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) hat eine 1860-Vergangenheit: Er spielte von 2002 bis 2007 in der Jugend und war Co-Trainer bei der U17. Die beiden verfolgen die irre Schlacht um 1860 nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga. Völler sagte gegenüber BILD: „Das ist einfach nur schade, was da mit Sechzig passiert. Ich habe schon mit Julian darüber gesprochen, wir sagen dann immer: ‚Was machen denn unsere Löwen da…?‘“
Völler glaubt an die Rückkehr des Vereins
Für Völler sind die Löwen nach wie vor ein Herzensverein. Der DFB-Sportboss betont: „Es heißt ja nicht umsonst: Einmal Löwe, immer Löwe. Wenn ich in München bin, egal wo – Löwen-Fans sieht man überall. Sie müssen jetzt noch enger zusammenrücken. Und dann kommen sie auch wieder hoch. Auch wenn es nicht einfach wird.“
Der dritte Zwangsabstieg in den Amateurbereich
Für die leidgeprüften Fans ist es nach 1982 und 2017 der dritte Zwangsabstieg in den Amateurbereich. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich der Verein neu aufstellt. Nachdem der Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik (48) gekündigt wurde, hat laut Präsident Gernot Mang (57) ein „Befreiungskampf“ begonnen. Durch den Abstieg ging das Spielrecht, das man benötigt, um eine Zulassung oder Lizenz zu erhalten, zurück an den Mutterverein. Dieser überträgt gemäß dem Kooperationsvertrag wieder das Recht an die ausgelagerte Lizenzspieler-Abteilung. Doch dieser Vertrag ist seit Donnerstag gekündigt. Die KGaA, an der Ismaik weiterhin 60 Prozent der Anteile hält, hat kein Spielrecht mehr. Der e.V. plant nun, eine neue Sportgesellschaft zu gründen, in der der Neuaufbau erfolgen soll. Doch dafür braucht es – wie immer bei den Löwen – erst einmal Geld.



