Neuer Sexualkundeunterricht in England: Würgen beim Sex ist strafbar
England: Würgen beim Sex ist strafbar

In der britischen Serie „Adolescence“ gerät der 13-jährige Jamie Miller unter den Einfluss frauenfeindlicher Online-Ideologien, die mit Teilen der Incel-Kultur und der Manosphäre verbunden sind. Während einige dieser Inhalte als Selbsthilfe auftreten, verbreiten andere antifeministische Ansichten und problematische Vorstellungen von Männlichkeit. England will diesem Einfluss nun frühzeitig begegnen: mit einem neuen Unterricht für 14- bis 15-Jährige.

Neue Unterrichtseinheiten gegen schädliche Online-Inhalte

Die Materialien sollen Jugendlichen helfen, schädliche Online-Inhalte zu erkennen, gesunde Beziehungen zu verstehen und Rollenbilder kritisch zu hinterfragen. Die Unterrichtseinheiten sind Teil des überarbeiteten Lehrplans Relationships, Sex and Health Education (RSHE) und wurden von der staatlich finanzierten Oak National Academy entwickelt. Sie sollen Lehrkräfte dabei unterstützen, Themen wie Manosphäre und Incel-Kultur im Unterricht anzusprechen.

Sebastian Buss, Aufklärungscoach, erklärte gegenüber BILD, dass Jugendliche laut Studien durchschnittlich mit 11 Jahren zum ersten Mal mit Sexualität in Berührung kommen. Das erste Mal haben sie mit etwa 17 Jahren. Der Coach erzählt, dass die Jugendlichen Szenen aus Pornos imitieren. „Sie lernen dadurch, dass ihnen das zusteht, was sie wollen, egal was das Gegenüber sagt. Aussagen wie ‚Frauen wollen beim Sex gewürgt werden‘, sagen sie voller Überzeugung.“ Eine bessere Aufklärung im Schulunterricht könnte Jugendlichen helfen, sexuellen Content besser einzuordnen.

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Klare Grenzen beim Sex: Keine pauschale Zustimmung

In England lernen Schüler nun auch: Beim Sex darf niemand einfach pauschal zustimmen. Stattdessen wird betont, wie wichtig klare persönliche Grenzen beim Sex sind. Dazu gehört auch: Wer seinen Partner oder seine Partnerin beim Sex würgt oder erstickt, begeht eine Straftat. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Darüber hinaus sollen die Jugendlichen toxische Verhaltensweisen in Beziehungen erkennen. Dazu gehört das heimliche Durchsuchen des Handys des Partners oder der Partnerin sowie Gaslighting – eine Form psychischer Manipulation, bei der das Opfer an seiner Wahrnehmung zweifeln soll.

In den neuen Unterrichtseinheiten wird den Schülern unmissverständlich vermittelt, dass die Einwilligung des Partners vor Gericht keine Ausrede ist. Die englische Schulministerin Georgia Gould sagte: „Frauenfeindliche Einstellungen sind nicht angeboren, sondern werden erlernt. Deshalb setzen wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein, um unser Ziel zu erreichen, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu halbieren.“

„Ab diesem September wird jede Schule verpflichtet sein, die neuen RSHE-Leitlinien zu unterrichten. Damit sollen schädliche Mythen und problematische Verhaltensweisen frühzeitig hinterfragt und bekämpft werden“, so Gould weiter.

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