Das Abitur in Sachsen-Anhalt bleibt insgesamt auf einem guten Niveau, doch die Ergebnisse im Fach Mathematik sind in diesem Jahr deutlich schlechter als in den Vorjahren. Das hat das Bildungsministerium in Magdeburg mitgeteilt. Der durchschnittliche Punktewert in Mathematik sank auf 6,87 von 15 möglichen Punkten – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Fünfjahresschnitt von 7,83 Punkten. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 9,31 Punkten gelegen, nach 8,30 Punkten im Jahr davor. Das Ministerium kündigte an, die Ergebnisse gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung (LISA) genau zu analysieren. Als mögliche Ursache werden unter anderem pandemiebedingte Lernlücken genannt.
Gesamtnotendurchschnitt bleibt stabil
Trotz der schwächeren Mathe-Ergebnisse blieb der Gesamtnotendurchschnitt beim Abitur nahezu unverändert: Er verschlechterte sich nur leicht von 2,27 im Vorjahr auf 2,29. Von den 5.128 zur schriftlichen Prüfung zugelassenen Schülerinnen und Schülern bestanden 4.759 das Abitur. Die Durchfallquote stieg auf 7,16 Prozent, nachdem sie im Vorjahr mit 5,69 Prozent den niedrigsten Wert der vergangenen Jahre erreicht hatte. 135 Absolventinnen und Absolventen erzielten die Bestnote 1,0. Insgesamt erreichten 1.472 Abiturienten eine Eins vor dem Komma, im Vorjahr waren es noch 1.614.
Bildungsminister gratuliert und will Ursachen klären
Bildungsminister Jan Riedel (CDU) gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zu ihrem Erfolg. „Das Abitur ist ein anspruchsvoller Bildungsabschluss, der jungen Menschen vielfältige Wege in Studium, Berufsausbildung und Gesellschaft eröffnet“, sagte er. Zugleich betonte er die Notwendigkeit, die Ursachen für den Mathe-Leistungsabfall zu ergründen. „Wir werden die Ergebnisse genau auswerten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um die Qualität des Mathematikunterrichts weiter zu verbessern.“
Realschulabschluss: Leistungen stabil
Auch beim Mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) blieben die Leistungen insgesamt stabil. Knapp 9.000 Schülerinnen und Schüler nahmen an den Prüfungen teil. In Deutsch verbesserte sich die landesweite Durchschnittsnote von 3,36 auf 3,25, in Englisch von 3,06 auf 2,81. In Mathematik blieb sie mit 3,98 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (3,90). Wie bereits in den vergangenen Jahren bot das Land erneut Intensivtage zur Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungen an.
Ausblick
Das Bildungsministerium will nun gemeinsam mit dem LISA die Detailergebnisse analysieren. Dabei sollen auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Unterricht berücksichtigt werden. „Wir müssen verstehen, warum die Mathe-Leistungen so stark abgefallen sind, und dann gezielt gegensteuern“, so ein Ministeriumssprecher. Die Ergebnisse des Abiturs und des Realschulabschlusses werden in den kommenden Wochen in den Schulen und bei der Bildungsplanung diskutiert.



