Neue Meldestelle für Fehlverhalten von Lehrkräften in Niedersachsen gefordert
Meldestelle für Lehrer-Fehlverhalten in Niedersachsen gefordert

Hannover (dpa/lni) – Der Landeselternrat und der Landesschülerrat Niedersachsen haben gemeinsam eine unabhängige Meldestelle für Fehlverhalten von Lehrkräften und anderen schulischen Beschäftigten gefordert. Die bestehenden Anlaufstellen – etwa Vertrauenslehrkräfte – seien nicht ausreichend, da diese selbst dem schulischen Personal angehören und in hierarchischen Abhängigkeiten stünden.

In einer gemeinsamen Mitteilung betonten die beiden Gremien: „Trotz bestehender Schutzstrukturen kommt es im schulischen Alltag – auch in Niedersachsen – manchmal zu unangemessenem und übergriffigem Verhalten von Beschäftigten gegenüber Schülerinnen und Schülern.“ Die Spannbreite reiche von verbalen Grenzüberschreitungen über körperliche Übergriffe bis hin zu sexuellem Missbrauch.

Hierarchische Abhängigkeiten als Hindernis

Laut den Verbänden könnten bestehende hierarchische Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb der Schule dazu führen, dass Fehlverhalten durch informelle oder formelle Mechanismen gedeckt werde. Betroffene und Hinweisgebende müssten Nachteile befürchten oder trauten sich nicht, sich zu äußern. Eine externe, unabhängige Stelle könne dieses Vertrauensdefizit beheben.

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Forderung nach niedrigschwelliger Anlaufstelle

Die Forderung der Verbände sieht eine Stelle vor, an die sich Schüler und Eltern vertraulich wenden können, um Fehlverhalten zu melden. Denkbar sei etwa eine unabhängige Landesstelle oder ein Beauftragter. Das Angebot müsse niedrigschwellig, digital und auch mobil verfügbar sein, so die Gremien. Zudem solle die Stelle mit ausreichend Personal ausgestattet werden, um eine zeitnahe Bearbeitung der Meldungen zu gewährleisten.

Die Diskussion um eine solche Meldestelle ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hatten Experten auf Lücken im Schutzsystem hingewiesen. In anderen Bundesländern gibt es bereits ähnliche Einrichtungen, etwa in Nordrhein-Westfalen eine Ombudsstelle für Schulen. Niedersachsen hinke hier hinterher, kritisieren die Verbände.

Reaktionen aus der Politik

Das niedersächsische Kultusministerium wurde mit der Forderung konfrontiert. Eine offizielle Stellungnahme stand zunächst aus. Ein Sprecher des Landeselternrats sagte, viele Eltern fühlten sich alleingelassen, wenn es um Beschwerden gegen Lehrkräfte gehe. Die Verbände hoffen, dass der Druck auf die Landesregierung steigt, eine solche Meldestelle einzurichten. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen müsse oberste Priorität haben.

In den vergangenen Jahren waren immer wieder Fälle von Lehrkräfte-Fehlverhalten in Niedersachsen bekannt geworden, die teils zu Disziplinarverfahren führten. Die Forderung nach einer unabhängigen Meldestelle soll dazu beitragen, solche Vorfälle schneller und vertraulicher zu melden und so die Sicherheit der Schüler zu erhöhen.

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