Neue Schulplatzregelung: Notenschnitt über 1,4 nötig für Berliner Top-Gymnasien
Notenschnitt über 1,4: Neue Schulplatzregelung in Berlin

Die neue Schulplatzvergabe des Berliner Senats zeigt Wirkung: Die Gymnasien im Bezirk Steglitz-Zehlendorf werden deutlich entlastet. Während in der Vergangenheit fast alle 13 städtischen Gymnasien regelmäßig übernachgefragt und stark überbelegt waren, sind es zum Schuljahr 2026/27 nur noch vier Schulen, die mehr Erstwunsch-Anmeldungen für die 7. Klasse haben als Plätze vorhanden sind. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf die Senatsbildungsverwaltung.

Welche Schulen weiterhin übernachgefragt sind

Konkret handelt es sich um das Goethe-Gymnasium in Lichterfelde, die Fichtenberg-Oberschule in Steglitz, das Willi-Graf-Gymnasium in Lichterfelde und das Arndt-Gymnasium in Dahlem. Diese vier Schulen sind bei den Eltern so begehrt, dass auch die neuen Regeln nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken. Der Notenschnitt für einen Platz an diesen Schulen liegt bei über 1,4 – eine glatte Eins vor dem Komma reicht also oft nicht aus.

Die Kehrseite der Entlastung

Der Senat freut sich über die Entspannung an den Spitzengymnasien. Doch die neue Regelung hat auch Schattenseiten. Schulplatzexperten weisen darauf hin, dass die Entlastung der Top-Schulen zu Lasten der weniger beliebten Gymnasien gehen könnte. Diese müssen nun mehr Schüler aufnehmen, die eigentlich an den übernachgefragten Schulen untergekommen wären. Ob dadurch die Bildungsqualität an diesen Standorten leidet, bleibt abzuwarten.

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Wie die neue Vergaberegelung funktioniert

Die Senatsbildungsverwaltung hat die Kriterien für die Platzvergabe verschärft. Statt wie früher vor allem auf die Note zu achten, spielen nun auch andere Faktoren eine Rolle, wie etwa die räumliche Nähe zur Schule. Zudem wurden die Kapazitäten an den übernachgefragten Schulen leicht erhöht, während andere Schulen gezielt gestärkt werden sollen. Ziel ist es, die Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf alle Gymnasien des Bezirks gerechter zu gestalten.

Auswirkungen auf die Familien

Für viele Familien bedeutet die neue Regelung eine größere Planungssicherheit. Wer sein Kind an einem Gymnasium anmelden möchte, kann nun besser einschätzen, ob die Note reicht. Allerdings bleibt die Konkurrenz an den vier Spitzenschulen hoch. Eltern in Steglitz-Zehlendorf müssen weiterhin mit einem Notenschnitt von mindestens 1,4 rechnen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. An den anderen neun Gymnasien hingegen ist die Lage entspannter: Dort werden voraussichtlich alle Erstwunsch-Anmeldungen berücksichtigt.

Kritik an der neuen Regelung

Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus sieht die Reform kritisch. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Dr. Monika Grütters, warnt vor einer Zweiklassengesellschaft im Schulwesen. „Die Entlastung der Top-Gymnasien darf nicht dazu führen, dass andere Schulen zu Restschulen werden“, sagte sie dem Tagesspiegel. Die Senatsverwaltung weist die Kritik zurück: Alle Gymnasien in Steglitz-Zehlendorf böten eine hohe Qualität, die neuen Regeln sorgten lediglich für eine fairere Verteilung.

Fazit: Entspannung an den meisten Gymnasien

Für das Schuljahr 2026/27 zeichnet sich ab, dass die neue Schulplatzregelung ihre Wirkung entfaltet. Die meisten Gymnasien in Steglitz-Zehlendorf sind nicht mehr überbelegt. Eltern können bei der Anmeldung ihrer Kinder mit einer höheren Wahrscheinlichkeit rechnen, den Wunschplatz zu bekommen – sofern sie nicht auf eines der vier Spitzengymnasien abzielen. Dort bleibt der Notendruck hoch.

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