UdK Berlin: Studierende protestieren gegen drastische Kürzungen
UdK-Protest: Studierende wehren sich gegen Kürzungen

Der traditionelle Rundgang der Universität der Künste Berlin (UdK) – normalerweise eine Zeit des Feierns und der Präsentation – steht in diesem Jahr im Zeichen des Protests. Studierende und Lehrende machen ihrem Unmut über die Sparpläne der Hochschulleitung Luft. Einsparungen in Höhe von rund fünf Millionen Euro bis zum Jahr 2028, die einem Personalabbau von etwa zehn Prozent entsprechen, haben zu einem offenen Konflikt geführt.

Massive Stellenstreichungen und Angebotsabbau

Laut Angaben der UdK werden insgesamt 17 Professuren in den vier Fakultäten gestrichen. Hinzu kommen 18 Vollzeitstellen im akademischen Mittelbau sowie 29 Vollzeitstellen in der Verwaltung. „Das sind tiefe Einschnitte, die die Hochschule grundlegend verändern werden“, sagt Junis, der den Protest mitorganisiert hat. Besonders hart trifft es das Institut für Visuelle Kommunikation: Die Klasse „Bewegtbild“ – ein Schwerpunkt im Studiengang Visuelle Kommunikation – soll in ein bloßes Wahlangebot umgewandelt werden, die zugehörige Professur wird nicht nachbesetzt. „Diese Kürzung ist peinlich für die gesamte UdK“, kritisiert Student Mika. Johanna, die in der Klasse studiert, ergänzt: „Wir Studis werden nicht gehört.“ Die UdK bestätigt auf Anfrage des Tagesspiegels, dass künftig am Institut für Visuelle Kommunikation statt zehn nur noch drei künstlerische und wissenschaftliche Mitarbeiter arbeiten sollen. Allerdings würden die verbleibenden Stellen von 50 auf 75 Prozent aufgestockt, um die prekäre Situation des Mittelbaus zu verbessern.

Eingeschränkte Öffnungszeiten und sinkende Qualität

Die Sparmaßnahmen zeigen sich auch im Alltag: Das Medienhaus am Kleistpark öffnet nun Montag bis Freitag von 7 bis 23 Uhr (vorlesungsfreie Zeit bis 21 Uhr) und samstags von 9 bis 21 Uhr. Bisher war ein Zugang rund um die Uhr möglich, was für viele Studierende, die ihre Projekte nicht transportieren können, problematisch ist. „Wer Lohn- oder Care-Arbeit leisten muss, bekommt jetzt Schwierigkeiten, das mit den UdK-Projekten zu vereinbaren“, ist auf der Kundgebung zu hören. Georg fürchtet zudem um die Lehrqualität: „Die Lehre wird vor allem von den künstlerischen und wissenschaftlichen Mitarbeitern getragen. Wenn diese Stellen gestrichen werden, fällt eine zentrale Ebene des Studiums weg – das wird hart.“

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Unmut über Präsident Markus Hilgert

Die Kritik richtet sich besonders gegen Präsident Markus Hilgert, der seit April 2025 im Amt ist. Studierende werfen ihm vor, nicht auf ihre Anliegen einzugehen. „Wie kann es sein, dass eine Universitätsleitung so konträr zu ihren Studierenden steht?“, fragt Student Malte während der Demo. Hilgert war zum Protest eingeladen worden, ließ die Einladung laut Studierenden unbeantwortet. Die UdK-Sprecherin entgegnet, die Einladung sei zu kurzfristig erfolgt und Hilgert habe seinerseits ein Gespräch angeboten, das die Studierenden nicht annahmen. Sirpa, Studentin der Klasse „Kampagnen“, sagt: „Es ist schmerzhaft, dass Studis an einer Kunstuni für den Wert von Kunst kämpfen müssen.“ Hilgert, der als Altorientalist und ehemaliger Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder aus dem Museumsumfeld kommt, steht zudem wegen seiner CDU-Mitgliedschaft in der Kritik. Viele befürchten, er sei „der schwarz-roten Koalition näher als seinen Studierenden“. Bei seiner Anhörung im Wissenschaftsausschuss 2025 hatte Hilgert jedoch klare Worte gegen die Kürzungen gefunden und die UdK-Angehörigen als „größtes Pfund“ der Hochschule bezeichnet.

Erschwerte Bedingungen für kreatives Arbeiten

Besonders frustrierend für die Studierenden: Erstmals fühlten sie sich bei der Gestaltung des Rundgangs eingeschränkt. Die Unileitung verlangte vorab Genehmigungen für alle Aktionen außerhalb der Kursräume. „Das vermittelt uns, dass die UdK kein Ort mehr zum Ausprobieren ist“, kritisiert Junis. Die Hochschule plant zudem eine Reduzierung von Studienplätzen im „zweistelligen Bereich“, konkret betroffen ist der Studiengang Lied/Oratorium/Konzert. Ob die Einsparungen durch angepasste Studienordnungen oder weniger Seminare aufgefangen werden können, wird derzeit geprüft. Die Stimmung auf der Kundgebung ist trotzig: „So wollen wir nicht studieren!“, ruft Malte ins Mikro. Ob Präsident Hilgert das Vertrauen der Hochschule zurückgewinnen kann, bleibt abzuwarten.

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