30 Parkschilder auf 200 Metern in Lichtenrade: Anwohner empört
30 Parkschilder auf 200 Metern in Lichtenrade

Auf der Lichtenrader Bahnhofstraße im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg sorgt eine ungewöhnliche Häufung von Verkehrsschildern für Unverständnis. Auf einem nur 200 Meter langen Teilabschnitt stehen insgesamt 30 Parkschilder. Anwohner und Passanten zeigen sich irritiert und sprechen von einem „Schildbürgerstreich“.

Dutzende Schilder auf kurzer Strecke

Die Schilder regeln das Parken auf beiden Straßenseiten. Sie weisen auf Parkverbote, eingeschränkte Halteverbote und erlaubte Parkzonen hin. Teilweise stehen die Schilder in Sichtweite zueinander. Ein Anwohner sagte: „Das kann doch nur ein Schildbürgerstreich sein. Man weiß gar nicht mehr, wo man überhaupt parken darf.“

Die Verkehrslenkung Berlin (VLB) bestätigte auf Anfrage, dass die Beschilderung rechtlich korrekt sei. Jedes Schild habe eine eigene Berechtigung, etwa um Feuerwehrzufahrten freizuhalten oder die Sicht an Kreuzungen zu gewährleisten. Dennoch räumte ein Sprecher ein: „Die Anzahl der Schilder auf diesem Abschnitt ist auffällig hoch.“

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Anwohner fordern Überprüfung

Die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg hat das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Die SPD-Fraktion beantragte, die Beschilderung zu überprüfen und gegebenenfalls zu reduzieren. „Wir wollen, dass die Schilderflut ein Ende hat. Die Bürger sind verwirrt“, so der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion.

Statistisch gesehen kommt auf rund 6,7 Meter ein Parkschild. Zum Vergleich: In anderen Berliner Straßen beträgt der Abstand häufig das Doppelte oder Dreifache. Ein Verkehrsexperte der Technischen Universität Berlin erklärte, dass eine derartige Dichte meist auf historisch gewachsene Regelungen zurückgeht. „Oft werden neue Schilder hinzugefügt, ohne alte zu entfernen. Das führt zu solchen Kuriositäten.“

Bezirksamt prüft Maßnahmen

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg kündigte an, die Situation vor Ort zu analysieren. Eine Sprecherin sagte: „Wir werden prüfen, ob alle Schilder noch notwendig sind oder ob einige zusammengefasst werden können.“ Ein Ergebnis wird in den kommenden Wochen erwartet.

Bis dahin müssen sich Autofahrer weiterhin durch den Schilderwald kämpfen. Ein Anwohner resümierte: „Man braucht fast ein Jurastudium, um hier zu parken.“

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