35 Jahre Mauerfall: Leser berichten über die Wende ohne Mitsprache
35 Jahre Mauerfall: Leser berichten über die Wende ohne Mitsprache

Am 19. Januar 1989 zeigte sich Erich Honecker noch überzeugt von der Notwendigkeit der Mauer. Auf der Tagung des Thomas-Müntzer-Komitees in Ostberlin erklärte er, die Mauer schütze die DDR-Bürger vor Ausplünderung, Drogen und Machenschaften des Westens. Sollte sich der Westen nicht ändern, werde die Mauer noch in 100 Jahren stehen.

Am 8. Juli 1989 wurde auf dem Kirchentag in Leipzig die Unzufriedenheit mit dem DDR-Regime deutlich. Mehr als 3.000 Oppositionelle kamen in die Stadt, in der sich ohnehin jeden Montag in der Nikolaikirche regierungskritische DDR-Bürger trafen.

Im August 1989 gelang tausenden DDR-Bürgern die Flucht über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik. Am 23. August zeigte sich das ganze Ausmaß einer kleinen Massenflucht, die durch ein paneuropäisches Picknick in Sopron ausgelöst wurde. Die Bundesrepublik dankte Ungarn später für diesen Meilenstein auf dem Weg zur Wiedervereinigung.

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Am 30. September 1989 verkündete Außenminister Hans-Dietrich Genscher den DDR-Flüchtlingen in der bundesdeutschen Botschaft in Prag die Ausreisegenehmigung. Fast zeitgleich geschah das Gleiche in der Botschaft von Warschau. Noch in derselben Nacht reisten tausende DDR-Bürger mit Zügen in die Bundesrepublik aus.

Am 6. Oktober 1989 begann die DDR die Feiern zu ihrem 40. Jahrestag mit Militärparade. Die Krise war unübersehbar, die Demonstrationen laut. Der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow besuchte die DDR und wurde von Demonstranten als Hoffnungsträger gefeiert. Ob er den Satz „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ je sagte, ist fraglich. In einem Protokoll späterer Gespräche mit Honecker wird er jedoch zitiert: „Wenn wir zurückbleiben, bestraft uns das Leben sofort.“

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