Ahr-Landrätin Weigand wünscht Entschuldigung der Landesregierung fünf Jahre nach Flut
Ahr-Landrätin wünscht Entschuldigung fünf Jahre nach Flut

Fünf Jahre nach der verheerenden Flut im Ahrtal wünscht sich Landrätin Cornelia Weigand eine Entschuldigung der rheinland-pfälzischen Landesregierung. „Eine Entschuldigung wäre ein wichtiges Signal, das sich viele Menschen hier im Tal wünschen, das sie sich seit bald fünf Jahren sehnlich gewünscht haben“, sagte die 55-Jährige. Es gehe nicht um ein Schuldeingeständnis, aber das Land sei Teil der Katastrophe gewesen. „Das bringt die Menschen, die wir verloren haben, nicht zurück, aber vielleicht kann es dabei helfen, Wunden zu heilen.“

Die Flutnacht und ihre Folgen

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 riss die Flut im Ahrtal Autos, Häuser und Menschenleben mit sich. Cornelia Weigand, damals Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, verlor wie Tausende andere ihr Zuhause in den meterhohen Wassermassen. „An dem Abend auf dem Balkon vom Rathaus, wo ich dann teilweise noch mobil telefonieren konnte, musste ich Anrufern sagen: Es wird keine Hilfe geben. Und diese Leute und ihre Häuser sind weggeschwommen“, erinnert sie sich sichtlich betroffen. Am nächsten Morgen sah sie die Zerstörung und half bei der Bergung der ersten Toten. „Das sind natürlich Sachen, die machen wahrscheinlich mit den meisten Menschen etwas. Die haben mit mir auch etwas gemacht.“

Kampf um Hilfe und Wiederaufbau

In einem offenen Brief an die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) drängte Weigand auf sofortige Hilfe. „Wir brauchten Hilfe, und zwar sofort und in großen Mengen“, sagte sie. „Hinschmeißen war für mich keine Option, weil ich ja wusste, warum ich das mache: Wir haben ganz viele Menschen verloren, viele Nachbarn, viele Freunde, das Zuhause von ganz vielen – manche sind mit nichts außer dem nackten Überleben davongekommen.“ Der Wiederaufbau im Ahrtal ist auch nach fünf Jahren noch nicht abgeschlossen. Weigand bezeichnet es als „größte Baustelle Deutschlands“. „Hier wird mehr gebaut und mehr Geld verbaut als irgendwo anders in Deutschland. Und das braucht auch bei allem Tempo-Machen ein bisschen Zeit.“

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Psychische Folgen und Ungeduld

Die Landrätin spürt noch immer die Auswirkungen der Katastrophe. „Ich habe früher Gewitter unbeschwerter erlebt, als ich das heute tue. Ich glaube, das geht sehr vielen so.“ Sie versteht die Ungeduld der Betroffenen, die nach fünf Jahren oft noch nicht wieder in ihren Häusern wohnen. Sie selbst wohnt nach der Sanierung ihres Hauses wieder im Ahrtal. „Es wäre schön, wenn alles schon fertig wäre“, räumt sie ein, betont aber die Dimension der Aufgabe.

Forderung nach Entschuldigung

Weigand wiederholt ihre Forderung nach einer Entschuldigung der Landesregierung. „Eine Entschuldigung wäre ein wichtiges Signal, das sich viele Menschen hier im Tal wünschen, das sie sich seit bald fünf Jahren sehnlich gewünscht haben.“ Sie betont, dass es nicht um Schuldzuweisungen gehe, sondern um Anerkennung des Leids. „Das bringt die Menschen, die wir verloren haben, nicht zurück, aber vielleicht kann es dabei helfen, Wunden zu heilen.“ Die Landesregierung hat sich bislang nicht offiziell entschuldigt. Weigand hofft, dass dies noch geschieht, um den Heilungsprozess im Ahrtal zu unterstützen.

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