In Berlin-Mitte haben die Bauvorbereitungen für ein neues Bezirksrathaus begonnen. Auf dem Gelände an der Otto-Braun-Straße laufen derzeit Arbeiten zur sogenannten Tiefenenttrümmerung, wie der rbb berichtet. Dabei wird die ehemalige Bebauung im Untergrund entfernt, um die spätere Baugrube vorzubereiten. Einen Termin für die offizielle Grundsteinlegung gibt es noch nicht. Gegenüber dem Sender heißt es: „Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase, diese ist noch nicht abgeschlossen.“
Rathaus der Zukunft auf DDR-Fläche
Bezirksamt Mitte und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sprechen von einem „Rathaus der Zukunft“, das auf dem Areal der früheren DDR-Zentralverwaltung für Statistik entstehen soll. Der Neubau soll künftig mehrere Verwaltungsstandorte ersetzen. Geplant ist ein rund 70 Meter hohes Gebäude, in dem unter anderem Teile des Bezirksamts Mitte zusammengeführt werden. Aktuell arbeitet die Verwaltung an verschiedenen gemieteten Standorten – unter anderem im bisherigen Rathaus an der Karl-Marx-Allee, in der Parochialstraße und am Kapweg in Wedding.
Hohe Mietkosten als Treiber des Projekts
Für diese Immobilien fallen nach Angaben des Bezirksamts jährlich mehr als 5,6 Millionen Euro Kaltmiete sowie weitere rund 1,2 Millionen Euro Betriebskostenvorauszahlungen an. Insgesamt belaufen sich die laufenden Mietkosten damit auf etwa 6,8 Millionen Euro pro Jahr. Der Neubau soll diese Ausgaben langfristig reduzieren.
Finanzierung und Kostenrahmen
Die Finanzierung des Neubaus ist umfangreich: Die Senatsverwaltung rechnet mit Gesamtkosten von rund 225 Millionen Euro. Davon entfallen nach Angaben des Senats unter anderem etwa 114 Millionen Euro auf Hochbau und technische Anlagen. Weitere Mittel sind für Grundstück, Erschließung, Planung, Ausstattung und Außenbereiche vorgesehen.
Zeitplan und Fertigstellung
Bis das neue Rathaus bezugsfertig ist, wird allerdings noch Zeit vergehen. Das Bezirksamt geht derzeit davon aus, dass eine Fertigstellung zwischen 2032 und 2034 realistisch ist. Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Jahren intensiviert werden.
Architektur und öffentliche Bereiche
Im geplanten Gebäude sollen künftig rund 850 Beschäftigte arbeiten. Neben Büros für die Verwaltung sind auch öffentliche Bereiche vorgesehen: Im Erdgeschoss sollen ein Bürgeramt und weitere Dienstleistungen Platz finden. Außerdem sind eine Kantine, ein öffentlich zugänglicher „Stadtbalkon“ sowie ein Café im Dachbereich geplant. Auch die Bezirksverordnetenversammlung soll dort eigene Räume erhalten.
Wettbewerbsentwurf und Ausstellung
Der Entwurf stammt vom Dresdner Architekturbüro Atelier Schmelzer Weber, das sich in einem Wettbewerb gegen zahlreiche Konkurrenten durchgesetzt hatte. Vorgesehen ist eine Fassade aus Beton und Glas mit einer markanten Dachgestaltung. Die Pläne sollen ab dem 8. Juli in einer Ausstellung öffentlich gezeigt werden.



