Hallenvergabe in Berlin: Sportstättenportal enttäuscht Erwartungen
Das Berliner Sportstättenportal, das 2024 mit großen Versprechen an den Start ging, entwickelt sich zum Flop. Zwei Jahre später nutzen gerade einmal vier Bezirke die Plattform vollumfänglich. Das ergab eine Abfrage des rbb bei allen Bezirken und der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.
Lediglich Reinickendorf, Spandau, Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf setzen das Portal derzeit komplett ein. Tempelhof-Schöneberg soll bis Ende des Jahres folgen. In den übrigen Bezirken ist weder einsehbar, wann Sportstätten belegt sind, noch können Vereine Trainingszeiten darüber beantragen.
Verzögerungen bei der digitalen Hallenvergabe
Als Hauptgrund nennen die betroffenen Bezirke, dass das neue IT-Verfahren noch nicht vollständig ausgerollt sei. Marzahn-Hellersdorf kritisiert, dass „wesentliche Funktionen, die eine nutzerfreundliche, vollständige, funktionale und rechtssichere Vergabe von Nutzungszeiten sicherstellen, noch nicht verfügbar“ seien.
Charlottenburg-Wilmersdorf setzt weiterhin auf ein Excel-gestütztes Programm, das „mit dem Bezirkssportbund und den Vereinen abgestimmt ist und sehr gut funktioniert“. Lichtenberg und Neukölln konnten nicht angeben, wann sie das Portal vollständig einsetzen werden. Friedrichshain-Kreuzberg plant die digitale Vergabe erst zur Saison 2027/28.
Senat ohne konkreten Zeitplan
Die Senatsverwaltung für Sport bestätigte, dass die Einführung noch laufe, nannte jedoch keinen Zeitplan. Ein Sprecher verwies darauf, dass neben den fünf angeschlossenen Bezirken auch die Vergabe für Sportstätten im Olympiapark, im Jahn-Sportpark, im Sportforum und am Velodrom bereits digital möglich sei.
Das Portal wurde 2024 gestartet, um den Flickenteppich bei der Hallenvergabe zu beenden. Viele Vereine hatten zuvor geklagt, in einigen Stadtteilen kaum noch freie Trainingszeiten zu finden.



