Bayern wird sich im August 2026 nicht am bundesweiten Blitzermarathon beteiligen. Das bestätigte das Bayerische Innenministerium auf Anfrage. Statt einer konzertierten Aktion an einem einzigen Tag setzt der Freistaat auf das ganze Jahr verteilte, intensive Geschwindigkeitskontrollen.
Hintergrund: Was ist der Blitzermarathon?
Der Blitzermarathon ist Teil der europaweiten Speedweek, die vom 3. bis 9. August 2026 stattfindet. In vielen Bundesländern führt die Polizei dabei an einem bestimmten Tag besonders viele Geschwindigkeitsmessungen durch. Ziel ist es, durch eine hohe Kontrolldichte die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Autofahrer für das Thema zu sensibilisieren.
Bayern hat sich jedoch bewusst gegen eine Teilnahme an diesem Aktionstag entschieden. Das Innenministerium argumentiert, dass kontinuierliche Kontrollen effektiver seien als eine einmalige Großaktion. „Wir setzen auf eine dauerhafte Präsenz und regelmäßige Messungen, um die Zahl der Unfälle nachhaltig zu senken“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.
Die offizielle Begründung aus München
Nach Angaben des Innenministeriums führt die bayerische Polizei täglich rund 2.000 Geschwindigkeitsmessungen durch. Dies entspreche einer hohen Kontrolldichte, die weit über dem Durchschnitt anderer Bundesländer liege. „Unsere Strategie ist es, nicht nur an einem Tag im Jahr ein Zeichen zu setzen, sondern das ganze Jahr über präsent zu sein“, so der Sprecher weiter.
Zudem verweist das Ministerium auf die Erfolge der bayerischen Verkehrssicherheitsarbeit. Die Zahl der Verkehrstoten in Bayern sei in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2024 wurden 456 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet – ein historischer Tiefststand. Dieser Trend soll auch ohne Blitzermarathon fortgesetzt werden.
Kritik von Verkehrssicherheitsorganisationen
Die Entscheidung Bayerns stößt nicht überall auf Zustimmung. Der ADAC und der Verkehrssicherheitsrat kritisieren, dass der Blitzermarathon eine wichtige präventive Wirkung habe. „Die mediale Aufmerksamkeit, die ein solcher Aktionstag erzeugt, erreicht viele Autofahrer und erinnert sie an die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit“, sagte ein Sprecher des Verkehrssicherheitsrats.
Das Innenministerium hält dagegen: „Wir beobachten die Entwicklung genau. Sollte sich zeigen, dass der Blitzermarathon nachweislich zu weniger Unfällen führt, werden wir unsere Entscheidung überdenken.“
So reagieren andere Bundesländer
Während Bayern auf eine Teilnahme verzichtet, haben sich die meisten anderen Bundesländer für die Teilnahme am Blitzermarathon ausgesprochen. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen werden am 7. August 2026 zahlreiche Kontrollstellen eingerichtet. Die Polizei rechnet dort mit einem erhöhten Kontrollaufkommen und bittet Autofahrer um Verständnis.
Bayern verweist jedoch darauf, dass die Polizei auch während der Speedweek an anderen Tagen verstärkt kontrollieren wird. So sind für die Woche vom 3. bis 9. August zusätzliche Messungen an Unfallschwerpunkten geplant. „Die Sicherheit auf unseren Straßen hat oberste Priorität – unabhängig von einem bestimmten Datum“, betonte der Ministeriumssprecher.
Auswirkungen für Autofahrer in Bayern
Autofahrer in Bayern müssen also auch ohne Blitzermarathon mit Kontrollen rechnen. Die Polizei wird ihre Messaktivitäten während der Speedweek sogar noch intensivieren. Wer zu schnell fährt, muss mit Bußgeldern und Punkten rechnen.
Die Entscheidung Bayerns zeigt, dass es unterschiedliche Ansätze in der Verkehrssicherheitspolitik gibt. Ob der bayerische Weg erfolgreich ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.



