Brandenburgs Finanzämter suchen 225 Nachwuchskräfte für 2027
Brandenburgs Finanzämter suchen 225 Nachwuchskräfte für 2027

Brandenburgs Finanzämter gehen in die Offensive bei der Nachwuchssuche: Zum Sommer 2027 sollen nach Angaben des Finanzministeriums insgesamt 105 Ausbildungsplätze für Finanzwirte und 120 Studienplätze für Diplom-Finanzwirte besetzt werden. Die Bewerbungsfrist läuft bereits – Interessierte können ihre Unterlagen ab sofort einreichen.

Ausbildung und Studium: Zwei Wege in den öffentlichen Dienst

Die Nachwuchsgewinnung setzt auf zwei etablierte Qualifikationswege. Die zweijährige Ausbildung zum Finanzwirt vermittelt vor allem praktische Fertigkeiten für die tägliche Arbeit im Finanzamt. Das dreijährige Studium zum Diplom-Finanzwirt geht dagegen stärker in die wissenschaftliche Tiefe und bereitet auf höherwertige Aufgaben vor. Beide Ausbildungsgänge sind im öffentlichen Dienst fest verankert und führen zu einer Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Widerruf beziehungsweise in eine spätere Verbeamtung auf Lebenszeit.

Während der Ausbildung durchlaufen die Nachwuchskräfte verschiedene Stationen: Sie lernen, Steuererklärungen zu bearbeiten, Steuerbescheide zu erstellen, Außenprüfungen durchzuführen und Steueransprüche durchzusetzen. Auch die Beratung von Steuerpflichtigen gehört zu den Aufgaben. Das Studium vertieft darüber hinaus betriebswirtschaftliche und juristische Kenntnisse.

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Alle 13 Finanzämter sind mit dabei

Wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilte, werden im kommenden Jahr alle 13 Finanzämter des Landes von Angermünde bis Calau sowie von Kyritz über Frankfurt (Oder) bis Cottbus Plätze für den praktischen Teil von Ausbildung und Studium anbieten. Damit ist die Nachwuchsakquise flächendeckend in ganz Brandenburg verankert. Die Ausbildungsplätze verteilen sich auf die unterschiedlichen Standorte, sodass Bewerberinnen und Bewerber auch wohnortnah einen Platz finden können.

Finanzminister Keller: Steuereinnahmen sind Fundament des Staates

Finanzminister Daniel Keller (SPD) warb eindringlich für den Nachwuchs: „Ohne gesicherte Einnahmen kann die öffentliche Hand die Daseinsvorsorge wie Schulen, Krankenhäuser und Verkehrswege nicht finanzieren.“ Die Finanzverwaltung sei das Rückgrat des Staates, da sie die Mittel erhebe, die für öffentliche Investitionen und den laufenden Betrieb benötigt werden. Die neue Ausbildungsoffensive sei daher eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Landes.

Was Bewerber mitbringen sollten

Der Ministeriumssprecher nennt klare Anforderungen an künftige Finanzwirtinnen und Finanzwirte: „Die Bewerber sollten im besten Fall Interesse an rechtlichen Fragestellungen sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen mitbringen.“ Zudem seien Freude an der Arbeit mit Computern und eine ausgeprägte IT-Affinität wichtig. Der Grund: Die Finanzverwaltung bearbeitet Steuerangelegenheiten inzwischen überwiegend elektronisch – von der digitalen Steuererklärung bis zur elektronischen Aktenführung.

Interessierte können ihre Bewerbungen an die jeweiligen Finanzämter oder an die zentrale Einstellungsstelle des Landes richten. Genauere Informationen zu den Voraussetzungen, dem Ablauf und den Fristen sind auf der Karriereseite der brandenburgischen Finanzverwaltung abrufbar.

Sparkurs trifft Finanzämter nicht

Die Ankündigung der Ausbildungsplätze fällt in eine Zeit der Konsolidierung. Die neue SPD/CDU-Koalition plant angesichts drohender Milliardendefizite umfangreiche Einsparungen. In der Landesverwaltung sollen mehrere Hundert Stellen gestrichen werden, die Personalausgaben schrittweise um fünf Prozent sinken. Von diesem Sparkurs sind ausgerechnet die Finanzämter ausgenommen – ebenso wie Polizei, Justiz und Schulen. Das dürfte dem Nachwuchswachstum zusätzlichen Auftrieb geben.

Haushalt 2027/2028 in Vorbereitung

Weitere Einzelheiten zum Personalabbau und zur Finanzplanung sollen in den Haushaltsentwürfen für die Jahre 2027 und 2028 festgeschrieben werden. Diese befinden sich laut Ministerium derzeit in Vorbereitung. Für die Finanzämter steht der Ausbildungsstart zum Sommer 2027 bereits fest; die Anzahl der angebotenen Plätze gilt als gesicherte Planung.

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