In Cottbus ist am heutigen Tag eine gefährliche Altlast aus Kriegszeiten beseitigt worden. Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) des Landes Brandenburg sprengte in den Madlower Schluchten mehrere Panzerfäuste und Handgranaten, die dort vor Tagen entdeckt worden waren. Wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung mitteilte, verliefen die Sprengungen planmäßig und ohne Zwischenfälle. Damit seien auch die Sicherungsmaßnahmen vor Ort beendet worden.
Fundort und Sperrungen
Die Munition war in einem Waldstück nahe der Madlower Schluchten gefunden worden, einem Naherholungsgebiet im Südosten von Cottbus. Die genaue Anzahl der Sprengkörper wurde nicht bekannt gegeben, nach Behördenangaben handelte es sich um mehrere Handgranaten und Panzerfäuste. „Die Funde stammen vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg“, erklärte die Stadtsprecherin. Diese Art von Kriegsrelikten sei in der Region keine Seltenheit.
Unmittelbar nach dem Fund waren mehrere Wege rund um die Fundstelle weiträumig abgesperrt worden. Die Absperrung betraf unter anderem den Südfriedhof, der zeitweise für den Publikumsverkehr geschlossen werden musste. Die Polizei und das Ordnungsamt sicherten den Bereich, um Unbefugte fernzuhalten. Anwohner wurden nicht evakuiert, jedoch gebeten, das Gebiet zu meiden.
Ablauf der Sprengung
Der Kampfmittelräumdienst Brandenburg ist speziell für die Beseitigung von explosiven Kriegsrelikten ausgebildet. Die Sprengung erfolgte am Mittag in einer kontrollierten Umgebung. Dazu wurden die Panzerfäuste und Handgranaten an einem sicheren Ort innerhalb der Absperrzone platziert und mit einer Sprengladung gezündet. Die Detonation war weit zu hören, stellte aber nach Einschätzung der Experten keine Gefahr für die Umgebung dar. „Solche Einsätze sind Routine für uns“, sagte ein Sprecher des KMRD gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Wir gehen immer mit äußerster Vorsicht vor.“
Nach der Sprengung untersuchten die Fachleute das Gelände auf verbliebene Splitter und Rückstände. Alle Munitionsteile wurden als unschädlich eingestuft. Die Freigabe des Areals erfolgte unmittelbar danach.
Häufigkeit von Munitionsfunden in Brandenburg
Brandenburg gehört zu den Bundesländern mit den meisten Funden von Weltkriegsmunition. Grund dafür sind die heftigen Kämpfe in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, insbesondere während der Schlacht um Berlin 1945. Auch in Cottbus gab es in der Vergangenheit immer wieder Entdeckungen von Bombenblindgängern, Granaten und Handwaffenmunition. Die Stadtverwaltung weist regelmäßig auf die Gefahr hin: Jeder Fund solle unverzüglich der Polizei gemeldet werden.
Laut dem Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes werden jährlich mehrere tausend Einsätze zu Kriegsaltlasten durchgeführt. Die meisten Funde werden vor Ort gesprengt oder abtransportiert, wenn sie transportfähig sind. Im Fall der Madlower Schluchten war eine Sprengung vor Ort die sicherste Option.
Folgen für die Bevölkerung und Verkehr
Die vorübergehenden Sperrungen hatten nur geringe Auswirkungen auf den Alltag in Cottbus. Der Südfriedhof konnte nach Abschluss der Maßnahmen wieder regulär betreten werden. Auch die gesperrten Wanderwege in den Madlower Schluchten sind nun wieder frei zugänglich. Die Stadtverwaltung dankte der Bevölkerung für ihr Verständnis und die kooperative Haltung während der Sperrung. „Wir sind froh, dass alles glimpflich verlaufen ist und keine Person zu Schaden kam“, betonte die Sprecherin.
Der Einsatz zeigt einmal mehr, wie präsent die Kriegsvergangenheit in der Region noch ist. Experten empfehlen, bei der Gartenarbeit oder beim Spaziergang in Waldgebieten stets wachsam zu sein und verdächtige Gegenstände nicht anzufassen. Die Cottbuser Behörden werden die Fundstelle in den nächsten Tagen noch einmal überprüfen, um sicherzustellen, dass keine weiteren Relikte übersehen wurden.



