In Sachsen-Anhalt steht fast jeder fünfte Kleingarten leer. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Landesverbandes der Kleingärtner hervor. Demnach sind rund 18 Prozent der insgesamt etwa 100.000 Parzellen im Land ungenutzt. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, aber auch in Städten wie Magdeburg oder Halle gibt es zunehmend leere Gärten.
Gründe für den Leerstand
Der Landesverband nennt mehrere Ursachen für den Trend. Zum einen sinke die Zahl der Menschen, die einen Kleingarten pachten möchten. Viele potenzielle Interessenten seien beruflich stark eingespannt oder hätten andere Freizeitinteressen. Zum anderen spiele der demografische Wandel eine Rolle: Ältere Pächter geben ihre Gärten auf, während jüngere Generationen seltener nachrücken. Auch die gestiegenen Nebenkosten und der Pflegeaufwand schrecken viele ab.
Folgen für die Vereine
Der Leerstand hat weitreichende Konsequenzen für die Kleingartenvereine. Sie müssen für die ungenutzten Flächen weiterhin Pacht an die Gemeinden zahlen, was die finanzielle Belastung erhöht. Zudem verwildern die Gärten, was zu Konflikten mit Nachbarn und Behörden führt. Einige Vereine denken bereits über eine Rückgabe von Flächen nach.
Lösungsansätze
Um dem Trend entgegenzuwirken, setzt der Landesverband auf neue Konzepte. Dazu gehören etwa:
- Flexiblere Pachtmodelle, wie Teilzeit-Gärten oder Gemeinschaftsgärten
- Reduzierte Pachtgebühren für junge Familien und Neupächter
- Mehr Öffentlichkeitsarbeit, um das Image des Kleingärtnerns zu modernisieren
Der Verband hofft, dass diese Maßnahmen den Abwärtstrend stoppen können. Denn Kleingärten seien nicht nur ein wichtiges Naherholungsgebiet, sondern auch ein Beitrag zur Biodiversität und zur lokalen Lebensmittelproduktion.
Zukunft der Kleingärten
Ob die Initiativen fruchten, bleibt abzuwarten. Experten sehen jedoch Potenzial, wenn die Vereine ihre Angebote an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft anpassen. In einigen Städten gibt es bereits erfolgreiche Beispiele, wo Gemeinschaftsgärten oder „Urban Gardening“-Projekte neue Zielgruppen erschlossen haben. Der Landesverband will diese Ideen nun verstärkt aufgreifen und in die Fläche tragen.



