In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme wurde ein „Ort der Verbundenheit“ für Häftlinge geschaffen, deren Namen nicht bekannt sind. Initiiert wurde er von Bernhard Esser, dessen Vater das KZ überlebte, aber keinen persönlichen Gedenkort hatte.
Im „Haus des Gedenkens“ sind 22.460 Namen von in Neuengamme und Außenlagern gestorbenen Häftlingen verzeichnet, doch die tatsächliche Opferzahl ist fast doppelt so hoch. Von Tausenden fehlt jede Identität oder Todesumstand.
Esser, der seit den 1990er-Jahren ehrenamtlich in der Gedenkstätte arbeitet, beobachtete oft, wie Angehörige vergeblich nach Namen suchten und dennoch Erinnerungsstücke hinterließen. Dies motivierte ihn, einen Ort für alle Opfer zu schaffen, auch für Überlebende, deren Leiden oft unsichtbar blieb.
Das Besondere: Mit Druckstöcken können Besucher zu festen Terminen Plakate nachdrucken und so die Erinnerung lebendig halten. Bereits 83 Plakate von Angehörigen aus aller Welt hängen an der Wand.
Esser betont, dass die Erinnerung nicht „verwittern“ darf, und kritisiert Verharmlosungen der NS-Zeit durch Politiker wie Gauland. Sein Engagement ist auch ein persönliches Versprechen an seinen Vater.



