Pendler im Rhein-Main-Gebiet müssen weiterhin mit mehr Verspätungen rechnen: Die Pünktlichkeit der S-Bahnen sank im ersten Halbjahr 2026 auf 85 Prozent, nach 86,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Bei den Regionalbahnen fiel der Anteil pünktlicher Züge von 87,8 auf 84,1 Prozent, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilte. Als unpünktlich gelten Züge, die mindestens sechs Minuten zu spät am Ziel ankommen.
Ursachen für Verspätungen: Zugfolge und Störungen
Der RMV führt die Verschlechterung vor allem auf die sogenannte Zugfolge zurück: Bahnen müssen auf vorausfahrende, entgegenkommende oder kreuzende Züge warten. Hinzu kämen technische Störungen, Unwetter und Notarzteinsätze. Besonders betroffen sind die Linien S8 und S9, die lange Strecken durch mehrere hoch ausgelastete Abschnitte befahren. Auch Bauarbeiten im Knoten Mainz und auf angrenzenden Strecken belasten die Pünktlichkeit.
Zuverlässigkeit verbessert: Weniger Ausfälle trotz Baustellen
Trotz der gestiegenen Verspätungen gibt es positive Nachrichten: Die Zuverlässigkeit – also der Anteil der tatsächlich gefahrenen Züge – hat sich deutlich verbessert. Bei der S-Bahn stieg sie von 90,4 auf 93,6 Prozent, bei den Regionalzügen von 95,5 auf 96,0 Prozent. Der RMV erklärte, die Eisenbahnunternehmen hätten personalbedingte Ausfälle stark reduziert: Der Anteil sank bei der S-Bahn von 13,2 auf 3,4 Prozent, bei den Regionalzügen von 12,0 auf 5,0 Prozent.
Bauarbeiten als Hauptgrund für Ausfälle
Die häufigste Ursache für ausfallende Züge bleiben Bauarbeiten: In beiden Halbjahren 2025 und 2026 sei dadurch mehr als jeder zweite Ausfall verursacht worden. Ein RMV-Sprecher betonte jedoch: „Hierbei handelt es sich jedoch fast ausnahmslos um geplante Maßnahmen mit Busersatzverkehren.“ Weitere Ausfallgründe sind technische Störungen an der Infrastruktur und Personen im Gleisbereich.



