Studierende in Sachsen-Anhalt wohnen deutlich häufiger in einer eigenen Mietwohnung und seltener bei den Eltern als der Bundesdurchschnitt. Das zeigt eine Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), für die in den vergangenen drei Wintersemestern bundesweit mehr als 87.000 Studierende befragt wurden.
Private Mietwohnung als häufigste Wohnform
Mit 35,6 Prozent ist die private Mietwohnung die häufigste Wohnform der Studierenden in Sachsen-Anhalt. Im Bund liegt dieser Anteil bei 27,8 Prozent. Nur 11,2 Prozent der Studierenden in Sachsen-Anhalt wohnen noch bei ihren Eltern – bundesweit sind es mit 27,9 Prozent mehr als doppelt so viele. In einer Wohngemeinschaft leben 25,8 Prozent der Studierenden im Land, 13,2 Prozent in einem Wohnheim.
Ländervergleich: Sachsen-Anhalt unter den Schlusslichtern bei Hotel Mama
Im Ländervergleich zählt Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern mit den wenigsten Studierenden im Elternhaus. Die höchste Quote verzeichnet das Saarland mit 42,8 Prozent. Spitzenreiter bei Wohngemeinschaften ist Thüringen mit 33,2 Prozent, den höchsten Anteil an privaten Mietwohnungen weist Mecklenburg-Vorpommern mit 46,7 Prozent auf.
Gründe für die Wohnentscheidung
Die Wahl der Wohnform hängt laut CHE unter anderem von der Hochschulstadt, der Entfernung zum Elternhaus und den Mietpreisen ab. In Sachsen-Anhalt sind die Mieten vergleichsweise niedrig, was das Wohnen in der eigenen Wohnung attraktiv macht. Zudem bieten die Hochschulstädte wie Halle und Magdeburg ein breites Angebot an Wohnungen und WGs.
„Die Ergebnisse zeigen, dass die Wohnsituation von Studierenden stark von regionalen Faktoren abhängt“, sagte ein Sprecher des CHE. „In Sachsen-Anhalt scheinen die Bedingungen besonders günstig für das Leben in einer eigenen Wohnung zu sein.“
Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt
Die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen durch Studierende könnte in den Hochschulstädten zu steigenden Mieten führen. Allerdings sei das Angebot in Sachsen-Anhalt derzeit noch ausreichend, so der Sprecher. Die Landesregierung fördert zudem den Bau von Studentenwohnheimen, um die Situation zu entspannen.



