Baden in Berliner Seen wird in diesem Jahr früh von lästigen Saugwurm-Larven getrübt. Zerkarien, die Larven von Saugwürmern, verursachen unangenehmen Juckreiz und Hautentzündungen. An diesen Badestellen in Berlin sind die Parasiten in der Vergangenheit aufgetreten.
Zerkarien in Berlin: Frühes Auftauchen der Saugwurm-Larven
Der Sommer hat Berlin fest im Griff. In den kommenden Tagen werden in der Hauptstadt und Brandenburg Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Perfekte Bedingungen für einen Ausflug an eine der zahlreichen Badestellen – ob in den Sommerbädern oder an den Strandbädern der Stadt.
Die gute Nachricht: Die Wasserqualität in den Berliner Seen ist laut jüngsten Messungen des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) ausgezeichnet. Getrübt wird das Badevergnügen jedoch durch das kurzzeitige Auftreten von Zerkarien. Diese Larven von Saugwürmern treten vermehrt in Uferbereichen mit vielen Wasserpflanzen und Wasservögeln auf und können Hautentzündungen, auch bekannt als Badedermatitis, verursachen.
Gefahr für Kinder: Zerkarien dringen in die Haut ein
Vor allem Kinder gelten als gefährdet. Die Larven dringen in die Haut ein und verursachen rote Flecken und Juckreiz, ähnlich wie bei Mückenstichen. Der Befall ist zwar unangenehm und lästig, die juckenden Flecken können mitunter mehrere Tage stören, ist aber in der Regel harmlos.
Das Lageso erklärt, dass sich Zerkarien im Wasser nur schwer nachweisen lassen. Zudem sei ein vermehrtes Auftreten zeitlich und räumlich sehr variabel. Die Saugwürmer würden oft nur kurzzeitig in einigen der stark erwärmten Badegewässer ausschwärmen. Das Amt bittet deshalb um Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern zum Auftreten von Zerkarien.
Betroffene Gewässer in Berlin: Wo Zerkarien aufgetreten sind
„Dem Lageso liegen bislang für 2026 nur sehr wenige Zerkarienmeldungen vor, dafür verhältnismäßig früh im Jahr“, teilt Sprecherin Stephanie Reisinger mit. Demnach gingen Meldungen zum Jungfernheideteich, zum Teufelssee und zum Schlachtensee ein. „Das Wasser einiger Gewässer hat sich in diesem Jahr sehr früh erwärmt, wodurch Zerkarien bereits Ende Mai/Anfang Juni ausgeschwärmt sein können. In den letzten Jahren erhielten wir Zerkarienmeldungen eher Mitte Juni bis Mitte Juli“, erklärte die Sprecherin.
Das Auftreten und Ausschwärmen von Zerkarien sei zeitlich begrenzt und nicht vorhersehbar. Eine Überprüfung sei nach eingegangenen Meldungen nicht zielführend, da die Zerkarien nach wenigen Tagen bereits nicht mehr im Gewässer auffindbar seien.
Laut Lageso habe es in den vergangenen Jahren in diesen Berliner Gewässern Hinweise auf Zerkarien gegeben:
- Schlachtensee
- Krumme Lanke
- Jungfernheideteich
- Großer und Kleiner Müggelsee
- Unterhavel (Große Steinlanke)
- Großer Wannsee
Tipps zur Vermeidung von Zerkarien-Befall
Das Lageso gibt folgende Tipps beim Baden in erwärmten Gewässern:
- Wasserpflanzenreiche Uferbereiche meiden
- Freiwasserzonen aufsuchen
- Längere Aufenthalte im Flachwasserbereich vermeiden (gerade Kinder sind gefährdet)
- Wasserfeste Sonnenschutzmittel verwenden
- Nach dem Baden kräftig mit dem Handtuch abrubbeln, um gegebenenfalls ein vermehrtes Eindringen von Zerkarien in die Haut zu verhindern
- Nasse Badebekleidung ausziehen
- Bei heftigeren Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden
- Wasservögel sollen nicht durch Fütterungen angelockt werden



