Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat für das vergangene Hitzewochenende mindestens 26 Badetote gemeldet – allesamt männlich. Die vorläufige Bilanz von Freitag bis Sonntag umfasst auch Vermisste, deren Identität bekannt ist, die jedoch noch nicht gefunden wurden. Mit Ausnahme eines Falls ereigneten sich alle Unfälle in Seen und Flüssen.
Einzelfälle und regionale Verteilung
In Hannover ertrank am Samstag ein achtjähriger Junge in einem Badesee. In Bremen kam ein 22-jähriger Nichtschwimmer im tiefen Gewässer eines Sees ums Leben. Auch in Berlin starben drei Menschen bei Badeunfällen. Bereits am Donnerstag hatte es den Angaben zufolge mindestens sieben weitere tödliche Unglücke gegeben.
Hinzu kommen laut DLRG mindestens acht Menschen, die unter Reanimation ins Krankenhaus gebracht wurden. Zudem verletzte sich ein 15-Jähriger bei einem Sprung in einen Baggersee im baden-württembergischen Meißenheim schwer. Die DLRG erfasst auch Fälle, bei denen sie nicht selbst im Einsatz war.
Ursachen: Übermut und Alkohol
Schon vor der Hitzewelle hatte die DLRG vor den Gefahren beim Baden gewarnt. „Wir sehen immer wieder, dass gerade Männer ihre Fähigkeiten überschätzen und Risiken eingehen, die vermeidbar wären“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Neben Übermut und Selbstüberschätzung führt die DLRG auch Alkoholkonsum als mitursächlich für tragische Unfälle an.
Jahresstatistik 2025
Im Jahr 2025 waren vier von fünf Ertrunkenen laut DLRG männlich (82 Prozent). Insgesamt wurden 393 Badetote verzeichnet. Besonders viele Todesfälle gab es bei Hitze: Im vergangenen Jahr war der Juni der heißeste Monat, in den auch das Wochenende mit den meisten Badetoten (15) fiel. Die DLRG beobachtete 2025 eine gestiegene Opferzahl unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Den größten Anteil machten allerdings Menschen über 60 Jahren aus (42 Prozent).



