Elterngeld-Reform: Gleichberechtigung ist der Regierung zu teuer
Elterngeld-Reform: Gleichberechtigung zu teuer

Die geplante Elterngeld-Reform der Bundesregierung stößt auf scharfe Kritik. Ein Leitartikel des SPIEGEL wirft Familienministerin Karin Prien (CDU) vor, aus Spargründen bewusst auf eine gleichberechtigte Aufteilung der Sorgearbeit zu setzen. „Um sparen zu können, hofft Prien darauf, dass junge Eltern die Sorgearbeit weiterhin traditionell aufteilen“, heißt es in dem Beitrag von Milena Hassenkamp. Dies sei zynisch und verkenne die tatsächlichen Leistungen von Paaren.

Kern der Reform: Kürzungen bei Partnermonaten

Die Reform sieht vor, die Anzahl der Partnermonate zu reduzieren, die für den Bezug von ElterngeldPlus notwendig sind. Bisher erhalten Eltern, die beide in Teilzeit arbeiten und sich die Betreuung teilen, zusätzliche Monate. Diese sollen nun gestrichen werden. Nach Berechnungen des Familienministeriums würde dies jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen. Kritiker befürchten jedoch, dass damit Anreize für eine gleichberechtigte Aufteilung der Familienarbeit wegfallen.

Reaktionen aus Politik und Gesellschaft

Die SPD-Familienpolitikerin Leni Breymaier kritisierte die Pläne scharf: „Statt Gleichberechtigung zu fördern, setzt die Union auf das veraltete Modell des Haupternährers. Das ist ein Rückschritt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Auch Verbände wie der Deutsche Frauenrat protestieren. Die Reform sei „ein fatales Signal“ und werde vor allem Frauen benachteiligen, die bereits heute den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit leisten.

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Wirtschaftliche Auswirkungen

Wirtschaftsforschungsinstitute warnen vor negativen Folgen für den Arbeitsmarkt. Wenn Mütter länger in der Elternzeit blieben, verschlechtere sich ihre berufliche Position. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass jede zusätzliche Monat Elternzeit das Einkommen von Müttern langfristig um bis zu zwei Prozent senkt. Die geplante Reform könnte diesen Effekt verstärken.

Ausblick und weitere Debatte

Die Bundesregierung verteidigt die Reform als notwendigen Sparbeitrag. „Wir müssen Prioritäten setzen“, sagte ein Sprecher des Familienministeriums. Die Koalition plane, das Gesetz noch in diesem Jahr zu verabschieden. Oppositionsparteien und Verbände kündigten bereits Widerstand an. Ob die Reform wie geplant kommt, bleibt angesichts der anhaltenden Kritik fraglich.

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