31. Brandenburger Landpartie: Höfe, Wanderwege und Geheimtipps
31. Brandenburger Landpartie: Höfe, Wanderwege

Hauptstadtwanderer Brandenburg lädt zur 31. Landpartie: Entdecken Sie regionale Höfe und Wanderwege. Am Wochenende laden Brandenburger Höfe zur Landpartie ein. Es gibt regionale Spezialitäten und reizvolle Wanderwege zu entdecken. Drei Geheimtipps warten.

Kühe gucken und Landwirtschaft entdecken in Brandenburg

Am kommenden Wochenende ist das bei der 31. Brandenburger Landpartie möglich. Raus aus der Großstadt, hinaus aufs Land: An diesem Wochenende kann man beim Wandern im Berliner Umland Kühe, Schafe und Schweine aus nächster Nähe erleben und mit etwas Glück sogar streicheln. Zum 31. Mal öffnen am 13. und 14. Juni zur Brandenburger Landpartie nicht nur Landwirte ihre Höfe, sondern auch Weinbauern, Gärtner, Pferdezüchter, Landgasthöfe, Anbieter von Landurlaub, Umweltbildungseinrichtungen und ganze Dörfer ihre Türen. 135 teilnehmende Betriebe haben sich 2026 für die Marktschau zwischen der Ostprignitz und Oberspreewald-Lausitz, zwischen Havelland und Märkisch-Oderland angemeldet. Unser Redakteur Jörg Krauthöfer kommt als Hauptstadtwanderer viel zu Fuß auch in Brandenburg herum und hat sich aus der Fülle der Angebote drei interessante Orte ausgesucht, die man auch gleich mit einer zünftigen Wanderung verbinden kann.

Ölmühle Katerbow – Landpartie Ostprignitz-Ruppin

Allein schon der Ortsname lockt in den Brandenburger Nordwesten: Katerbow gilt als Heimat des in Berlin bekannten Havelländer Apfelschweins und kann vor allem mit einem aufwarten: Ruhe. Das ehemalige Rittergut liegt an der Landstraße 18 zwischen Neuruppin und Temnitzquell. Der schöne Ortsname stammt aus dem Slawischen, bedeutet so viel wie „Raufplatz“ und hat damit schon den einen oder anderen Linguisten zur Verzweiflung gebracht. Historisch liegt das Dorf, erstmals erwähnt im Jahr 1358, an einem strategisch wichtigen Übergang zwischen dem Temnitz- und dem Klappgrabental, was vermutlich zu dieser Bedeutung geführt haben könnte. Der Name hat entgegen mancher Vermutung absolut nichts mit Katzen zu tun, auch wenn der eine oder andere Schmusekater im Dorf unterwegs ist. Sehenswert ist die alte Dorfkirche mit ihrem burgähnlichen Turm. Gleich dahinter befindet sich die Ölmühle der Familie Stamer, die zur Landpartie am kommenden Wochenende die Türen für Besucher öffnet. Es gibt Führungen durch die Mühle, man kann bei der Ölpressung zuschauen und einen guten Kaffee trinken. Anschließend geht es auf eine acht Kilometer lange Rundwanderung um den Katerbower See. Von der Dorfmitte aus zieht sich der Pfad erst über offene Feldfluren, dann über naturbelassene Waldtrassen, bis er am Südufer auf dicht bewachsenes Schilf- und Ufergrün stößt. Der Katerbower See, glasklar und nur etwa drei Meter tief, gilt aufgrund seines reichen Fischvorkommens als eines der besten Angelreviere der Region. Der Rundkurs um den See gehört zu den „Temnitzpfaden“, einem Netz von Wanderwegen, die derzeit durch den Landkreis schrittweise erneuert oder ausgebaut werden.

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Infos Ölmühle Katerbow

Dorfstraße 29. Geöffnet zur Landpartie Samstag von 11 bis 18 Uhr, sonntags bis 17 Uhr. Anreise: Mit der Bahn RE6 Neuruppin, Bahnhof Rheinsberger Tor, von dort mit dem Bus 762 (Mo–Fr). RE6 bis Netzeband und dann zu Fuß nach Katerbow. Anreise mit dem Pkw: A24, Abfahrt Herzsprung. Start der Wanderung an der Ölmühle. Länge: rund 8 Kilometer. Leichte Wanderung. Zur Karte und GPX-Download.

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Naturgut Köllnitz – Landpartie Oder-Spree

Der Blick vom Bootsanlegeplatz des Naturguts Köllnitz über den Groß Schauener See ist vor allem am Morgen beeindruckend. Dann nämlich, wenn sich die Sonne langsam für den nächsten Sommertag bereit macht und ihre ersten Strahlen auf das Wasser wirft, wird die Stimmung magisch. Die Mitarbeiter der Fischerei sind da schon längst auf den Beinen und haben den Fang des Tages meist bereits aus den Reusen und Netzen geholt. Zur 31. Landpartie am kommenden Wochenende gibt es Führungen auf dem Fischereihof. Ein Museum informiert über den Handwerksberuf und die dazugehörige Geschichte der Fischer in der Region. Frischen Fisch gibt es natürlich auch zu kaufen oder vor Ort zu verspeisen, und gleich hinter dem Hof beginnt der Naturlehrpfad der Heinz-Sielmann-Stiftung, interessant für alle, die einen kurzen Verdauungsspaziergang einer langen Wanderung vorziehen. Wir dagegen wandern nach dem Besuch der Fischerei ein Stück die Groß Schauener Hauptstraße Richtung Nordosten, passieren das gleichnamige Dorf und nehmen dann auf dem Schaplower Weg Kurs auf Storkow. Gleich hinter den alten Stadtmauern erhebt sich die Burg Storkow. Als einfache Wehranlage konzipiert, entstand im 13. Jahrhundert eine Burg, die Kriege, Brände und wechselnde Herrschaften überdauerte. Auf dem Rückweg wandern wir durch den Ort Philadelphia, wo bereits die Ortseingangsschilder beliebte Fotospots sind.

Infos Naturgut Köllnitz

Groß Schauener Hauptstraße 31. Geöffnet zur Landpartie Samstag von 9 bis 17 Uhr, sonntags bis 16 Uhr. Anreise: RB36, Bahnhof Storkow, weiter zu Fuß. Anreise mit dem Pkw: A12, Abfahrt Storkow, dann Richtung Storkow. Start der Wanderung am Naturgut Köllnitz. Länge: 11 Kilometer. Leichte Wanderung. Zur Karte und GPX-Download.

Gut Schmerwitz und der Kunstwanderweg – Landpartie Potsdam-Mittelmark

Auf Gut Schmerwitz, im gleichnamigen Ort zwischen Wiesenburg und Bad Belzig gelegen, findet am Wochenende ein Handwerkermarkt statt. Schwere Landmaschinen sind ebenso zu bestaunen wie alte Traktoren, Alpakas und handgetöpferte Keramik. Es gibt Alpaka-Führungen, Feldrundfahrten und Wissenswertes über den Ackerbau. Der Ökobetrieb vor den Toren Berlins liegt außerdem an der nördlichen Route des berühmten Kunstwanderwegs, der von Bad Belzig über Wiesenburg, Schmerwitz und Hagelberg zurück nach Bad Belzig führt. Wir starten die Streckenwanderung am Bahnhof Wiesenburg. Dann geht es durch den Wiesenburger Landschaftspark zum Schloss Wiesenburg und weiter auf dem Internationalen Kunstwanderweg nach Schmerwitz. Im Ort Hagelberg steigen wir auf den gleichnamigen Berg, mit 200 Metern die höchste Erhebung des Fläming. Ort und Berg sind außerdem durch die sogenannte Kolbenschlacht von 1813 in den Befreiungskriegen bekannt. Damals trafen preußische Truppen, die neu aufgestellte Landwehr und russische Kosaken im Vorfeld der Völkerschlacht bei Leipzig auf ein französisches Korps von rund 10.000 Mann und dezimierten es auf etwa 3000 Soldaten. An das Gefecht erinnern heute zwei Denkmäler sowie zahlreiche Informationstafeln. Am 150 Meter hohen Hüttenberg vorbei und der Burg Eisenhardt in Bad Belzig geht es weiter bis zum Bahnhof.

Infos Gut Schmerwitz

Schmerwitz 8. Geöffnet zur Landpartie Samstag von 11 bis 18 Uhr, sonntags bis 1 Uhr. Anreise: RE7, Bahnhof Wiesenburg. Rückreise: RE7, Bahnhof Bad Belzig. Streckenwanderung. Länge: 16,5 Kilometer. Mittelschwere Wanderung. Zur Karte und GPX-Download.