Seit dem Abriss der Ringbahnbrücke im Juni 2025 wird die Königin-Elisabeth-Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf als Umleitungsstrecke für die A100 genutzt. Anwohner klagen über massive Verkehrsbelastung, Lärm und Hitze. Die Bürgerinitiative „Lebenswerte Königin-Elisabeth-Straße“ fordert von der Senatsverwaltung eine sofortige Änderung der Verkehrsführung.
Lärm und Hitze belasten Anwohner rund um die Uhr
„Wir haben hier rund um die Uhr Schwerlastverkehr, auch nachts. Die Straße ist eine einzige Lärm- und Abgaszone“, sagt Anwohnerin Petra Müller, Sprecherin der Initiative. Besonders im Sommer werde die Situation unerträglich: „Durch den vielen Verkehr heizt sich die Straße extrem auf, die Wohnungen werden kaum kühl.“
Laut Messungen des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf ist die Lärmbelastung in der Königin-Elisabeth-Straße um bis zu 10 Dezibel gestiegen. Der Schwerlastverkehr habe um 40 Prozent zugenommen. Auch die Luftqualität habe sich verschlechtert, so das Bezirksamt.
Zustand der Straße verschlechtert sich zusehends
Der Asphalt der Königin-Elisabeth-Straße ist vielerorts aufgebrochen, Schlaglöcher und Risse erschweren die Durchfahrt. „Die Straße ist in einem katastrophalen Zustand. Wir fordern, dass die Umleitung sofort aufgehoben wird, bevor noch mehr passiert“, so Müller weiter.
Die Bürgerinitiative hat eine Petition mit über 2.000 Unterschriften an die Senatsverwaltung für Verkehr übergeben. Bislang gab es keine konkrete Zusage. Ein Sprecher der Senatsverwaltung erklärte auf Anfrage: „Die Umleitung ist notwendig, um den Verkehr während der Bauarbeiten an der Ringbahnbrücke zu gewährleisten. Wir prüfen derzeit, ob eine Verlagerung möglich ist.“
Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis 2028
Die Ringbahnbrücke wurde im Rahmen des Ausbaus der A100 abgerissen. Der Neubau soll bis 2028 abgeschlossen sein. Solange müssen Autofahrer die Umleitung über die Königin-Elisabeth-Straße und den Spandauer Damm nutzen. Die Anwohner sehen das nicht ein: „Wir können nicht noch zwei Jahre warten. Die Belastung ist jetzt schon unerträglich“, sagt Müller.
Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hat sich ebenfalls eingeschaltet und einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Die Grünen fordern eine schnellere Lösung. „Die Situation ist nicht hinnehmbar. Wir brauchen eine temporäre Verkehrsberuhigung und eine bessere Routenführung“, so Fraktionschef Klaus Weber.
Bis zur nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses am 15. Juli 2026 soll eine Machbarkeitsstudie vorliegen, die alternative Umleitungsrouten prüft. Die Bürgerinitiative bleibt skeptisch: „Wir werden weiter Druck machen, bis sich etwas ändert.“



