Abdullah Ibrahim: Jazzlegende und Anti-Apartheid-Ikone gestorben
Abdullah Ibrahim: Jazzpianist und Freiheitskämpfer tot

Der südafrikanische Jazzpianist Abdullah Ibrahim, dessen Musik Nelson Mandela im Gefängnis neuen Lebensmut gab, ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren nach kurzer Krankheit in seinem Zuhause im bayerischen Chiemgau, wie unter anderem die BBC berichtet.

Eine Hymne gegen die Apartheid

1974 schuf Ibrahim mit dem Stück „Mannenberg“ eine der großen Anti-Apartheid-Hymnen. In einem Studio in Kapstadt spielte er mit einigen Musikern auf der Grundmelodie eines Mbaqanga-Songs einen federnden Soul-Jazz-Groove, zu dem seine Mitstreiter improvisierten. Der Titel bezieht sich auf eine Siedlung, in die die Apartheidbehörden viele People of Color zwangsumsiedelten. Eine Aufnahme des Stücks wurde dem inhaftierten Nelson Mandela ins Gefängnis geschmuggelt; die Legende besagt, dass der Anti-Apartheid-Aktivist daraus neuen Lebensmut schöpfte. 1994, bei Mandelas Amtseinführung als erstem schwarzen Präsidenten Südafrikas, spielte Ibrahim das Lied erneut live für ihn.

Musik als politischer Ausdruck

Ibrahims Schaffen war stark von den politischen Entwicklungen in Südafrika geprägt. Titel wie „Soweto“ oder „Cape Town Flower“ dienten der Selbstvergewisserung der unterdrückten schwarzen Bevölkerung und machten den Kampf gegen die Apartheid einem internationalen Jazzpublikum zugänglich. Bereits unter dem Namen Dollar Brand war der 1934 in Kapstadt geborene Pianist, Saxofonist und Flötist Ende der 1950er Jahre zu einer internationalen Größe avanciert. Sein bürgerlicher Name war Adolph Johannes Brand; den Spitznamen Dollar erhielt er von amerikanischen Matrosen, denen er als Teenager Jazzplatten abkaufen wollte.

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Frühe Jahre und internationale Karriere

Mit dem Trompeter Hugh Masekela spielte Ibrahim in der Formation Jazz Epistles einen südafrikanisch geprägten Bebop, auch Cape-Jazz genannt. 1962 wanderte er nach Zürich aus, drei Jahre später nach New York. Dort arbeitete er mit Größen wie John Coltrane, Ornette Coleman und Elvin Jones zusammen. Unter seinem späteren Namen Abdullah Ibrahim vermischte er modernen Jazz mit verschiedenen traditionellen und popkulturellen afrikanischen Stilen.

Ibrahim lebte zuletzt mit seiner Frau in Bayern. Er starb im Kreise seiner Familie.

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