Ein schlechter Notenfall und ein Instagram-Post haben die Pläne des Potsdamer Abiturienten Tim Wellm komplett auf den Kopf gestellt. Statt wie geplant Wirtschaftsmathematik in Mannheim zu studieren, wird der 18-Jährige demnächst nach Argentinien reisen. Dort will er in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) Kindern das Geigespielen beibringen.
Vom Mathe-Studium zur Musikleidenschaft
Ursprünglich hatte Tim Wellm alles genau geplant: Nach dem Abitur sollte es direkt an die Universität Mannheim gehen, um Wirtschaftsmathematik zu studieren. Doch dann kam alles anders. Eine schlechte Klausurnote ließ ihn über seine Zukunftspläne nachdenken. Gleichzeitig entdeckte er auf Instagram einen Beitrag über ein FSJ im Ausland, der sein Interesse weckte.
„Ich habe mich gefragt, ob ich wirklich direkt studieren will oder ob nicht ein Jahr mit sinnvoller Tätigkeit besser wäre“, erzählt der junge Potsdamer. Seine Leidenschaft für die Musik, insbesondere das Geigespielen, gab den Ausschlag. Er entschied sich, sein Können weiterzugeben und Kindern in Argentinien die Freude an der Musik zu vermitteln.
Suche nach Mitstreitern
Tim Wellm wird nach Argentinien reisen, um dort in einem sozialen Projekt zu arbeiten. Dabei geht es nicht nur um das reine Musikunterrichten, sondern auch um kulturellen Austausch und die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Der 18-Jährige ist fest entschlossen, diese Aufgabe zu meistern, und sucht nun nach weiteren Freiwilligen, die ihn begleiten möchten.
„Es wäre toll, wenn sich noch andere junge Leute finden, die Lust haben, Teil dieses Projekts zu sein“, sagt Wellm. Er hofft, dass sein Schritt andere inspiriert, ebenfalls ein FSJ im Ausland zu absolvieren. Die Organisation, die das Projekt betreut, unterstützt die Freiwilligen bei der Vorbereitung und während des Aufenthalts.
Ein Jahr voller neuer Erfahrungen
Das Freiwillige Soziale Jahr in Argentinien wird für Tim Wellm eine völlig neue Erfahrung sein. Er wird nicht nur seine musikalischen Fähigkeiten einsetzen, sondern auch seine Sprachkenntnisse verbessern und eine neue Kultur kennenlernen. „Ich freue mich riesig auf die Herausforderung und darauf, etwas Sinnvolles zu tun“, betont er.
Seine Familie und Freunde unterstützen ihn bei diesem Schritt, auch wenn sie ihn zunächst überrascht waren. „Sie haben mich gefragt, ob ich mir das wirklich gut überlegt habe, aber jetzt stehen sie voll hinter mir“, so Wellm. Er plant, nach dem FSJ sein Studium aufzunehmen, allerdings möglicherweise mit einem anderen Schwerpunkt.
Das Projekt in Argentinien ist auf ein Jahr angelegt. Tim Wellm wird in einer Gastfamilie leben und in einer örtlichen Schule oder einem Musikzentrum unterrichten. Die Kosten für das FSJ werden teilweise durch Spenden und Fördergelder gedeckt, aber der 18-Jährige ist auch auf Eigeninitiative angewiesen. Er hofft, dass sich Sponsoren finden, die sein Vorhaben unterstützen.



