In Bayern ist die Verteilung von Adipositas ungleich: Nürnberg verzeichnet die höchste Rate an betroffenen Menschen. Das geht aus aktuellen Daten der AOK hervor, die die Krankenkasse nun veröffentlicht hat. Demnach sind in der Frankenmetropole deutlich mehr Menschen von krankhaftem Übergewicht betroffen als im bayerischen Durchschnitt.
AOK-Daten belegen: Nürnberg Spitzenreiter
Die AOK Bayern hat die Daten ihrer Versicherten ausgewertet. Das Ergebnis: In Nürnberg leben anteilig die meisten Menschen mit Adipositas. Rund 18 Prozent der AOK-Versicherten in der Stadt sind betroffen. Zum Vergleich: Im bayerischen Schnitt liegt der Anteil bei etwa 14 Prozent. Damit liegt Nürnberg deutlich über dem Landesdurchschnitt.
Auch andere Städte und Landkreise weisen erhöhte Werte auf, jedoch keine so hohen wie Nürnberg. Die Auswertung basiert auf den Abrechnungsdaten des Jahres 2023. Sie umfasst alle AOK-Versicherten, bei denen eine Adipositas-Diagnose dokumentiert wurde.
Ursachen und Folgen von Adipositas
Die Gründe für die regionalen Unterschiede sind vielfältig. Experten nennen unter anderem soziale Faktoren, Bewegungsmangel und Ernährungsgewohnheiten. In Städten mit höherem Anteil an sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten ist das Risiko für Adipositas oft größer. Auch der Zugang zu Sportangeboten und gesunder Ernährung spielt eine Rolle.
Adipositas ist mehr als nur Übergewicht. Sie gilt als chronische Krankheit und kann zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Dazu zählen Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkprobleme. Die Behandlung ist aufwendig und kostspielig. Die AOK fordert daher mehr Präventionsmaßnahmen, um die Entstehung von Adipositas zu verhindern.
Prävention als Schlüssel
„Wir müssen früher ansetzen, am besten schon im Kindesalter“, sagt ein Sprecher der AOK Bayern. „Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sollten fest im Alltag verankert sein. Dafür braucht es Angebote, die für alle zugänglich sind.“ Die Krankenkasse verweist auf ihre eigenen Programme, die Versicherte bei der Gewichtsreduktion unterstützen. Doch Prävention müsse auch in Kitas, Schulen und am Arbeitsplatz verankert werden.
Die Zahlen aus Nürnberg zeigen, dass Handlungsbedarf besteht. Die Stadtverwaltung reagierte bereits: Es gebe Projekte zur Gesundheitsförderung in benachteiligten Stadtteilen. Diese sollen ausgebaut werden.
Bayernweite Unterschiede
Die AOK-Daten zeigen auch, dass es innerhalb Bayerns große Unterschiede gibt. Während in einigen Landkreisen die Quote bei unter zehn Prozent liegt, erreicht sie in anderen Städten über 16 Prozent. Neben Nürnberg sind auch andere Großstädte wie Augsburg und Würzburg überdurchschnittlich betroffen. Ländliche Regionen in Oberbayern und Schwaben schneiden besser ab.
Die Gründe für diese Unterschiede sind komplex. Die AOK fordert eine systematische Erfassung und gezielte Maßnahmen für besonders betroffene Regionen. Nur so lasse sich die Zahl der Menschen mit Adipositas langfristig senken.



