Nachdem der pro-palästinensische Influencer Serhat Sisik ein Video auf Instagram veröffentlichte, in dem er Medien beschuldigte, sich einen antisemitischen Vorfall in Berlin-Prenzlauer Berg ausgedacht zu haben, entlud sich unter seinem Post eine beispiellose Welle von Judenhass. Die Kommentare enthalten Holocaustleugnung, konkrete Tötungsfantasien und eine hemmungslose Verrohung der Sprache. Die Berliner Polizei hat in mehreren Fällen Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung aufgenommen.
Der Auslöser: Ein antisemitischer Vorfall in Prenzlauer Berg
Am vergangenen Wochenende hatte es in Prenzlauer Berg einen antisemitischen Vorfall gegeben, über den Medien berichteten. Daraufhin veröffentlichte Sisik ein Video, in dem er die Berichterstattung als erfunden darstellte und die Medien bezichtigte, Stimmung zu machen. Seine Follower reagierten mit einer Flut von antisemitischen Kommentaren. Unter anderem wurde der Holocaust geleugnet, und es fielen Sätze wie „Die Juden gehören vergast“ oder „Man sollte sie alle töten“. Sisik selbst griff nicht ein, um die Hasskommentare zu unterbinden.
Ermittlungen der Polizei und politische Reaktionen
Die Berliner Polizei bestätigte, dass sie in mehreren Fällen wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. „Wir nehmen solche Vorfälle sehr ernst und prüfen jeden einzelnen Kommentar“, so ein Polizeisprecher. Politiker aller demokratischen Parteien verurteilten die Vorfälle scharf. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Berlin, Samuel Salzborn, erklärte: „Was hier im Netz abgeht, ist eine Schande. Es zeigt, wie tief der Judenhass in Teilen der Gesellschaft verwurzelt ist.“
Die Rolle von Social Media und Plattformverantwortung
Der Fall wirft erneut die Frage nach der Verantwortung von Social-Media-Plattformen auf. Instagram, das zu Meta gehört, hat die Kommentare bislang nicht gelöscht. Kritiker fordern ein konsequenteres Vorgehen gegen Hassrede. „Es kann nicht sein, dass solche Inhalte stundenlang sichtbar bleiben“, so eine Sprecherin der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS). Die Plattform müsse ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und antisemitische Inhalte umgehend entfernen.



