Brutaler Angriff im Affengehege
Im Basler Zoo hat der 14-jährige Silberrücken Yeba zwei Artgenossen getötet – darunter sein eigenes Baby, das erst vier Tage alt war. Die Angriffe ereigneten sich am Dienstag im Affengehege und versetzten die Mitarbeiter in Alarmbereitschaft. Der Zoo zeigt sich völlig ratlos über das Verhalten des Gorillas, der erst im Oktober aus Frankreich in die Schweiz gekommen war.
Erster Angriff: Mobali muss eingeschläfert werden
Bereits seit Wochen hatte es Spannungen zwischen Yeba und dem elfjährigen Männchen Mobali gegeben, obwohl dieses kastriert war. „Aus der Haltung und Beobachtung von Gorillas in anderen europäischen Zoos ist nicht bekannt, dass eine solche Konstellation grundsätzlich konfliktträchtig ist“, so ein Zoo-Sprecher. Am Dienstag eskalierte der Konflikt: Yeba biss Mobali in den Genitalbereich, woraufhin dieser nicht mehr richtig urinieren konnte. Das Tier musste eingeschläfert werden. Der Zoo betonte, dass man Rückzugsorte geschaffen und die Tiere eng beobachtet habe. Auf die Frage, warum man nicht eingegriffen habe, erklärte der Zoo: „Der Zoo Basel verfolgt eine naturnahe Haltung, bei der den Tieren ermöglicht wird, ihr natürliches Sozialverhalten auszuleben.“
Zweiter Angriff: Yeba tötet eigenes Baby
Noch am selben Tag griff Yeba erneut an: Er riss sein eigenes Baby von der Brust der Mutter Joas weg. Als Joas versuchte, ihr Junges zurückzuholen, kam es zum Kampf zwischen den Eltern. Dabei biss Yeba das Baby in den Brustbereich, sodass es starb. Die Mutter trägt nun ihr totes Baby durch das Gehege – ein normales Trauerverhalten, wie der Zoo erklärt. Man greife nicht ein, damit Joas Abschied nehmen könne.
Zoo beobachtet Gruppe genau
Die Gruppe wird nun besonders intensiv überwacht, da weitere Babys erwartet werden. Aktuell leben noch drei weitere Gorillas im Gehege: Adira (19), Makala (11) und Qaziba (6). In freier Wildbahn komme es laut Zoo Basel immer wieder vor, dass Männchen Jungtiere töten – meist stamme der Nachwuchs jedoch nicht von ihnen. Die genauen Gründe für Yebas Verhalten bleiben unklar.



