Die Debatte um die Verwendung des sogenannten N-Wortes scheint in Klagenfurt am Wörthersee neu entbrannt. Der Konditor Peter Nimmervoll von der Traditionsbäckerei Zehrer backt weiterhin sein „N****brot“ – ein Schokoladengebäck, dessen Name als rassistisch gilt. Trotz Protesten, einer Unterschriftenaktion und einem Farbanschlag auf sein Geschäft zeigt sich Nimmervoll unbeirrt.
Bäckerei-Chef trotzt Kritik
„Unser ‚N****brot‘ hat immer schon so geheißen und wird auch weiterhin so heißen“, erklärte Nimmervoll am Mittwoch in der Kronen Zeitung. Die Konditorei Zehrer gibt es seit 1763, einer Zeit, in der schwarze Menschen versklavt wurden. Heute, mehr als 260 Jahre später, gilt die Bezeichnung als diskriminierend und kann strafrechtlich als Beleidigung oder Volksverhetzung verfolgt werden. Dennoch hält Nimmervoll an dem Namen fest. Auf der Website der Bäckerei wird das Gebäck als „Bestseller“ beworben, nach dem Farbanschlag gibt es sogar eine „linksextreme Sonderedition“.
Farbanschlag und politische Unterstützung
Vergangenen Freitag beschmierten Aktivisten alle Fenster der Konditorei mit Farbe und beklebten sie mit Plakaten. Der Staatsschutz hat sich eingeschaltet. Doch nicht alle sind gegen die Bäckerei: Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (62, Freie Soziale Bürgerpartei) verteidigt das Traditionsunternehmen öffentlich. Ein von ihm organisierter „Solidaritätskauf“ wurde auf Rat der Polizei abgesagt. Stattdessen postete Scheider auf Facebook ein Foto, auf dem er eine Einkaufstüte der Bäckerei Zehrer in die Kamera hält. „Es macht mich traurig, wenn ein Traditionsbetrieb Ziel einer solchen Aktion wird“, schrieb er dazu. Mit einem Schokoladen-Emoji erklärte er weiter: „Die Konditorei Zehrer ist seit Generationen Teil Klagenfurts und bleibt für viele Menschen ein Stück gelebte Tradition.“



