Das legendäre Straßenkunstfestival „Berlin lacht“ steht vor dem Aus. Veranstalter Thomas Plattner macht die Bezirksämter für die Krise verantwortlich: „Die Bürokratie killt die Straßenkunst“, klagt er. Einst traten Hunderte Künstler am Alexanderplatz auf, heute kämpft das Festival mit Regen, Verdrängung und fehlender Unterstützung.
Ein Festival in Not
Das Festival „Berlin lacht“ hat in der Hauptstadt eine lange Tradition. Seit Jahren bringt es Clowns, Akrobaten und Straßenkünstler in die Innenstadt. Doch nun schlägt der Gründer Alarm: Die Veranstaltung sei akut vom Ruin bedroht. Neben den widrigen Wetterbedingungen macht Plattner vor allem die Behörden verantwortlich. „Die Bezirksämter zeigen sich ignorant gegenüber den Bedürfnissen der Künstler“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.
Besonders betroffen ist der Hauptbahnhof, wo das Festival traditionell Station macht. Hier haben die Künstler mit zunehmender Verdrängung zu kämpfen. Immer mehr kommerzielle Anbieter drängen auf die Flächen, während die Behörden Auflagen erteilen, die für freie Künstler kaum zu erfüllen sind.
Hunderte Künstler betroffen
In den besten Zeiten traten beim Festival „Berlin lacht“ Hunderte Künstler auf. Sie verwandelten den Alexanderplatz und andere zentrale Orte in eine Bühne für lebendige Straßenkunst. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Zahl der Teilnehmer ist drastisch gesunken, und viele Künstler haben die Stadt bereits verlassen.
Thomas Plattner fordert nun ein Umdenken in der Verwaltung. Er wünscht sich einfachere Genehmigungsverfahren und mehr Wertschätzung für die Straßenkunst. „Es kann nicht sein, dass wir für jede Kleinigkeit einen Antrag stellen müssen, während Großveranstaltungen der Wirtschaft bevorzugt werden“, kritisiert er.
Regen und Verdrängung als zusätzliche Probleme
Neben der Bürokratie machen dem Festival auch die äußeren Umstände zu schaffen. Der viele Regen in den vergangenen Monaten hat die Besucherzahlen sinken lassen. Gleichzeitig werden die Flächen in der Innenstadt knapper, weil immer mehr Veranstaltungen um die begehrten Lagen konkurrieren.
Die Verdrängung ist besonders am Hauptbahnhof spürbar. Dort sind die Mieten für die temporären Stände gestiegen, und die Stadt hat bestimmte Bereiche für andere Zwecke reserviert. Für die Künstler wird es immer schwieriger, überhaupt noch einen Platz zu finden.
Appell an die Politik
Plattner richtet einen eindringlichen Appell an die Politik: „Wir brauchen eine Kulturförderung, die auch die freie Szene berücksichtigt.“ Er schlägt vor, ein eigenes Budget für Straßenkunst einzurichten und die Bezirksämter zu verpflichten, mit den Künstlern zusammenzuarbeiten.
Das Festival „Berlin lacht“ ist nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. Es zieht Touristen an und belebt die Innenstadt. Wenn es verschwindet, verlieren nicht nur die Künstler, sondern auch die Stadt selbst.
Hoffnung auf Rettung
Trotz aller Schwierigkeiten gibt sich Plattner kämpferisch. Er will das Festival retten und sucht jetzt das Gespräch mit den Bezirksämtern. „Wir sind bereit, Kompromisse zu finden, aber die Behörden müssen uns entgegenkommen“, sagt er.
Bis zum nächsten Jahr will er eine Lösung finden. Ob „Berlin lacht“ weiterleben kann, hängt nun von der Bereitschaft der Verwaltung ab, die Straßenkunst als wichtigen Bestandteil der Stadtkultur anzuerkennen.



