Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) im Landkreis Aichach-Friedberg hat ein neues Angebot ins Leben gerufen: die sogenannten Rolli-Tours. Damit können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen künftig eine Runde auf dem Unterbernbacher See drehen – und das komplett barrierefrei. Das Projekt ist ein weiterer Baustein für mehr Inklusion in der Freizeitgestaltung der Region.
Was sind die Rolli-Tours?
Bei den Rolli-Tours handelt es sich um speziell ausgestattete Boote, die Platz für Rollstuhlfahrer bieten. Die Boote sind so konstruiert, dass ein Rollstuhl direkt an Bord gefahren werden kann, ohne dass die Person umsteigen muss. So können auch Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen uneingeschränkt am Bootsvergnügen teilnehmen.
Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Familien und Gruppen. Auch Seniorenheime oder Einrichtungen der Behindertenhilfe können die Rolli-Tours buchen. Die Touren dauern etwa eine Stunde und führen über den malerischen Unterbernbacher See, der im Landkreis Aichach-Friedberg liegt.
Ein Projekt für mehr Teilhabe
Die Idee zu den Rolli-Tours entstand in Zusammenarbeit mit dem BRK-Kreisverband Aichach-Friedberg. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung eine aktive Freizeitgestaltung in der Natur zu ermöglichen. „Wir möchten, dass alle Menschen die Schönheit unserer Seenlandschaft erleben können“, sagt ein Sprecher des BRK. „Die Rolli-Tours sind ein Schritt in Richtung einer inklusiven Gesellschaft.“
Das BRK hat für das Projekt eigens ein Boot angeschafft und barrierefrei umgebaut. Die Kosten beliefen sich auf rund 25.000 Euro, die teilweise durch Spenden und Fördermittel gedeckt wurden. Das Boot ist mit einer elektrischen Winde ausgestattet, die den Rollstuhl sicher an Bord hebt.
So funktioniert die Buchung
Interessierte können die Rolli-Tours über die BRK-Geschäftsstelle in Aichach buchen. Die Touren finden von Mai bis Oktober statt, bei gutem Wetter auch mehrmals täglich. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden sind jedoch willkommen. „Wir freuen uns über jede Unterstützung, um das Angebot langfristig aufrechtzuerhalten“, so der Sprecher weiter.
Das Angebot stößt bereits auf große Resonanz. In den ersten Wochen nach dem Start waren die Touren nahezu ausgebucht. Viele Nutzer zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, endlich wieder am Wasser aktiv sein zu können. Eine Rollstuhlfahrerin aus dem Landkreis sagte: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wieder auf dem See zu sein. Das hätte ich mir nie erträumt.“
Weitere Pläne des BRK
Das BRK denkt bereits über eine Ausweitung des Angebots nach. So könnten künftig auch andere Seen im Landkreis mit Rolli-Tours ausgestattet werden. Auch der Einsatz von barrierefreien Ruderbooten oder Tretbooten ist denkbar. Das Projekt soll zeigen, dass Inklusion im Freizeitbereich machbar ist.
Die Rolli-Tours sind Teil einer Reihe von Initiativen des BRK zur Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Dazu gehören auch barrierefreie Veranstaltungen, inklusive Sportangebote und Beratungsdienste. Mit den Bootstouren setzt das BRK ein weiteres Zeichen für eine Gesellschaft, in der niemand ausgegrenzt wird.



