Schock und Trauer nach CSD-Anschlag in Berlin: Bürger suchen das Gespräch
CSD-Anschlag in Berlin: Bürger in Schockstarre

Berlin erlebt nach dem verheerenden Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) eine Stadt in Schockstarre. Am Sonntag ist in der historischen Mitte nichts mehr, wie es war. Nur ein Thema bestimmt die Gespräche, viele wollen reden – über das, was geschehen ist, und die Angst, die nun mitschwingt.

Christian und Heidi aus Dänemark waren in ihrem Zimmer im Hotel Adlon, als die Krankenwagen eintrafen. „Es war eine bedrückende Stille, dann plötzlich die Sirenen“, erzählt das Paar. Sie hatten den CSD feiern wollen, nun stehen sie fassungslos vor der Absperrung. „Wir können nicht glauben, dass so etwas hier passiert.“

Einbrüche der Normalität

Die Reaktionen der Berlinerinnen und Berliner sind vielfältig. Viele suchen das Gespräch mit Fremden, als ob das Teilen des Schreckens helfen könnte. Auf dem nahen Alexanderplatz bilden sich spontane Trauerversammlungen. Eine ältere Dame legt Blumen nieder und sagt leise: „So etwas darf es nicht geben.“ Die Polizei hat die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, doch die Stadt wirkt wie erstarrt.

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Laut ersten Berichten der Behörden gab es mehrere Tote und Verletzte, genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. „Wir stehen unter Schock, aber wir lassen uns nicht einschüchtern“, erklärt ein Sprecher der CSD-Organisation. Die Stadt will trotz des Anschlags an der Demonstration der Vielfalt festhalten.

Stille nach dem Schrecken

In den Straßen rund um den Brandenburger Tor ist es ungewöhnlich ruhig. Touristen und Einheimische stehen in kleinen Gruppen zusammen. Viele haben Tränen in den Augen. „Berlin ist stark, aber heute fühlt es sich anders an“, sagt ein junger Mann, der seinen Namen nicht nennen will. Die „Schockstarre“ – ein Wort, das in diesen Stunden immer wieder fällt – prägt das Stadtbild.

Die Berliner Verwaltung hat für die Betroffenen psychologische Hilfe eingerichtet. Auch in den sozialen Medien breitet sich die Anteilnahme aus. Unter dem Hashtag #BerlinStehtZusammen solidarisieren sich Tausende. Der Anschlag trifft eine Stadt, die für Toleranz und Offenheit steht – und nun um ihre Sicherheit ringt.

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