Markus Söder, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident, hat im ZDF-Sommerinterview vom 26. Juli 2026 die jüngste Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verteidigt. Dabei zog er einen Vergleich zu einem Fußballtrainer, der ein- und auswechseln müsse. Die Verantwortung für die Verzögerungen bei der Besetzung des Verkehrsministeriums sah Söder nicht beim Kanzler, sondern bei dem ursprünglich vorgesehenen Nachfolger, der kurzfristig abgesagt hatte.
Die Verantwortung für das Verkehrsministerium-Debakel
Auf die Frage nach dem geplatzten Wechsel im Verkehrsministerium erklärte Söder: „Wenn man mit jemandem am Abend ausmacht, dass er kommt, und dann in der Früh um 4.00 Uhr hört, dass es nicht klappt, das macht es manchmal nicht leichter. Da liegt also die Verantwortung sicher nicht beim Bundeskanzler.“ Er bezog sich damit auf den CDU-Finanzexperten Fritz Güntzler, der dem Kanzler kurzfristig abgesagt hatte. Das hätte sich „der Kollege“ vorher überlegen sollen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte daraufhin angekündigt, Merz um seine Entlassung zu bitten, um den „unwürdigen Zustand“ zu beenden.
Das Verkehrsministerium sei eine große Herausforderung, so Söder, „weil da viele Milliarden endlich verbaut werden müssen.“ Die zeitliche Verzögerung durch die Absage sei zwar ärgerlich, doch „am Ende kommt es darauf an, wie die Gesamtlösung ist.“
Positive Worte für Merz und die Personalwechsel
Söder stellte sich hinter die Entscheidung von Merz, das Kabinett nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) umzubauen. „Also ich fand, dass es angemessen der Situation ist und eines Bundeskanzlers. Der Bundeskanzler muss Entscheidungen treffen, die sind gar nicht leicht. Das ist wie beim Fußballtrainer, der muss ein- und auswechseln“, sagte der CSU-Chef im Gespräch mit Wulf Schmiese, stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios. Die bereits bekannten Personalien – Nina Warken als neue Kanzleramtschefin, Carsten Linnemann als Gesundheitsminister und Thorsten Frei als Unionsfraktionschef – bezeichnete Söder als „sehr gut“.
Söder unterstützt Aigner als Bundespräsidenten-Kandidatin
Lobende Worte fand Söder auch für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Er nannte sie eine „sehr gute Kandidatin“ für das Amt des Bundespräsidenten. Wenn er einen Namen erwähne, dann gehe er „zwingend“ davon aus, dass die Person auch geeignet sei. „Ich glaube, sie wäre eine sehr gute Kandidatin. Sie würde auch für Deutschland was bringen.“ Kanzler Merz hatte angekündigt, die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im letzten Quartal 2026 zu klären. Bisher beharrt die CDU auf ihrem Vorschlagsrecht; neben Aigner waren auch Karin Prien, Julia Klöckner und Annegret Kramp-Karrenbauer im Gespräch.
Eigene Zukunft: Söder strebt dritte Amtszeit an
Im Interview gab Söder auch Auskunft über seine persönliche Lebensplanung. Auf die Frage, ob er 2028 erneut als Spitzenkandidat der CSU bei der Landtagswahl antreten wolle, antwortete er: „Wenn die Partei und die Wähler das wollen, ja gerne.“ Er wies zudem Kritik zurück, die CSU habe bei den Kommunalwahlen eine herbe Schlappe einstecken müssen. Zwar habe man in einigen Landkreisen verloren, aber insgesamt das gleiche Ergebnis wie bei den letzten Wahlen erzielt und einige Städte überraschend dazugewonnen. Das Interview fand in Tutzing am Starnberger See statt, wo Söder im Trachtenjanker auftrat.



