Anschlag auf Berliner CSD: Regenbogenflaggen als Zeichen der Solidarität
CSD-Anschlag: Solidarität mit Regenbogenflaggen

Ein Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin erschüttert die queere Gemeinschaft. Die Tat, bei der mehrere Menschen verletzt wurden, zeigt erneut, dass Hass und Gewalt gegen LGBTQ+-Personen in Deutschland Realität sind. Die SPIEGEL-Kolumnistin Katrin Elger ruft in einem Leitartikel dazu auf, die Regenbogenflaggen auszurollen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzen.

Die Tat

Am vergangenen Wochenende ereignete sich während der CSD-Parade in Berlin ein Angriff, der von den Behörden als extremistisch eingestuft wird. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags und Landfriedensbruchs. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem islamistischen Hintergrund aus. Der Täter, ein 23-jähriger Mann mit afghanischen Wurzeln, hatte die Menge mit einem Messer attackiert. Drei Menschen wurden schwer verletzt, darunter eine queere Aktivistin. Das Motiv war laut Staatsanwaltschaft Hass auf die LGBTQ+-Community.

Reaktionen der Politik

Bundeskanzler Olaf Scholz verurteilte die Tat scharf. „Wir werden nicht zulassen, dass Radikale unsere offene Gesellschaft spalten“, sagte er in einer Stellungnahme. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner rief zu besonderen Schutzmaßnahmen für queere Veranstaltungen auf. Die Innenverwaltung prüft eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei will die Präsenz bei Pride-Events erhöhen.

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Solidarität statt Angst

Katrin Elger schreibt in ihrem Leitartikel: „Radikale Muslime wollen, dass queere Menschen in Deutschland in Angst leben müssen. Das dürfen wir als freie Gesellschaft nicht hinnehmen. Solidarität ist jetzt wichtig.“ Sie fordert alle Bürger auf, Regenbogenflaggen zu hissen, um ein Zeichen gegen Intoleranz zu setzen. Die Initiative „Berlin gegen Hass“ rief für den kommenden Samstag zu einer Mahnwache am Brandenburger Tor auf. Auch die Kirchen haben ihre Solidarität bekundet.

Die Statistik zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: Laut Polizeibericht stiegen LGBTQ+-feindliche Straftaten in Berlin im vergangenen Jahr um 35 Prozent. Die Zahl der Übergriffe erreichte einen neuen Höchststand. Experten fordern eine stärkere Sensibilisierung der Gesellschaft und mehr Schutz für queere Menschen. Der Anschlag auf den CSD ist ein weiterer Tiefpunkt in dieser Entwicklung.

Die queere Community reagiert bestürzt, aber entschlossen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, sagte eine Sprecherin des Berliner CSD-Vereins. „Der Kampf für Gleichberechtigung geht weiter.“ Die Veranstalter planen für das nächste Jahr eine noch größere Parade, um die Stärke der Gemeinschaft zu zeigen. In den sozialen Medien kursiert der Hashtag #CSDbleibtbunt.

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