Deradikalisierung nach Berlin-Anschlag: Expertin warnt vor Gefahren
Deradikalisierungsexpertin warnt nach Berlin-Anschlag

Nach dem jüngsten Anschlag in Berlin hat die ehemalige Verfassungsschützerin Gülden Hennemann vor den Risiken der Deradikalisierungsarbeit gewarnt. Hennemann, die heute selbst mit Extremisten arbeitet, betont: „Dann wird es gefährlich“, wenn bestimmte Warnsignale ignoriert würden. Im Gespräch ordnet sie ein, was Täter oft ausmacht und wie Prävention gelingen kann.

Die Arbeit in der Deradikalisierung

Hennemann war lange für das Bundesamt für Verfassungsschutz tätig. Heute engagiert sie sich in der Aussteigerhilfe und berät Behörden. Ihre Erfahrung zeigt: Viele Extremisten durchlaufen eine Radikalisierungsspirale, die früh erkannt werden müsse. „Die meisten Täter sind keine klassischen Außenseiter, sondern Menschen mit konkreten Anliegen, die in die falsche Richtung gelenkt werden“, erklärt sie. Die Arbeit sei ein Balanceakt zwischen Vertrauensaufbau und Sicherheitsinteressen.

Nach dem Berlin-Anschlag

Der Anschlag in Berlin hat die Debatte um islamistische Gefährder neu entfacht. Hennemann warnt davor, allein auf polizeiliche Maßnahmen zu setzen. „Prävention muss früher ansetzen – in Schulen, Moscheen und sozialen Netzwerken“, fordert sie. Die Gefahr bestehe darin, dass Radikalisierung oft im Verborgenen stattfinde. „Wenn wir nicht hinschauen, wird es gefährlich“, wiederholt sie ihre zentrale Botschaft.

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Neue Polizeizahlen

Aktuelle Zahlen der Polizei zeigen, wie viele islamistische Gefährder bundesweit leben. Die Statistik unterstreicht die Dringlichkeit der Deradikalisierungsarbeit. Hennemann betont: „Jeder Gefährder muss individuell betreut werden – pauschale Lösungen greifen zu kurz.“ Die Zahlen dienen als Grundlage für gezielte Präventionsprogramme, die Hennemann mitentwickelt hat.

Herausforderungen der Prävention

Die Expertin sieht mehrere Hürden: Personalmangel in Beratungsstellen, mangelnde Kooperation von Behörden und die Dynamik sozialer Medien. „Wir brauchen mehr Personal, das langfristig mit den Betroffenen arbeitet“, sagt sie. Hennemann plädiert für eine stärkere Vernetzung von Sicherheitsbehörden und zivilgesellschaftlichen Trägern. Nur so könne verhindert werden, dass aus Radikalisierung Gewalt werde.

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