Grünen-Politikerin Dröge verlässt X: „Man sollte Musk die Macht entziehen“
Die Grünen-Politikerin Katharina Dröge hat gemeinsam mit anderen Abgeordneten von Grünen, Linken und SPD den Kurznachrichtendienst X verlassen. Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärt sie ihre Beweggründe und warum sie die Plattform für eine Gefahr für die Demokratie hält.
Warum der X-it?
Auf die Frage, ob ihr Austritt eine moralische oder strategische Entscheidung war, antwortet Dröge: „Ich sehe darin keinen Widerspruch. X ist ein Ort, an dem der Besitzer Elon Musk ganz gezielt einen Kampf gegen liberale Demokratien führt. Das gibt er offen zu. Musk manipuliert die Algorithmen so, dass Hass und Hetze sowie polarisierende Meinungen gepusht werden, während andere Inhalte in den Hintergrund rücken. Das sollten Demokraten nicht akzeptieren. Man sollte X die Macht entziehen.“
Kein Raum für demokratischen Dialog
Dröge betont, dass die Demokratie im Dialog auf X nicht mehr verteidigt werden könne. „Die Plattform wird von rechtsradikalen und russischen Chatbots dominiert. Echte Menschen trifft man dort kaum noch. Wenn dennoch Journalisten und Politiker diesen Ort wählen, um miteinander zu diskutieren, dann geben sie Elon Musk die Möglichkeit, die öffentliche Meinungsbildung zu beeinflussen.“
Unterschiedliche Positionen in der Politik
Während Dröge X verlassen hat, ist SPD-Politiker Karl Lauterbach weiterhin auf der Plattform aktiv – trotz rechtsradikaler Chatbots und Shitstorms. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Einschätzungen zur Rolle von X in der politischen Kommunikation sind.
Dröge appelliert an andere Politiker und Journalisten, ebenfalls über einen Abschied nachzudenken: „Wir müssen uns fragen, ob wir einer Plattform, die bewusst Hass und Spaltung fördert, weiterhin unsere Aufmerksamkeit schenken wollen.“



