Die Geschichte von Henning und Kati: Eine Beziehung unter Druck
Henning und Kati sind seit 25 Jahren verheiratet, als sie die Praxis des Therapeutenpaares Gisbert Straden und Andrea Katz-Straden betreten. Schon nach wenigen Minuten wird deutlich: Ihre Beziehung steht unter enormem Druck. Kati ist 55 Jahre alt, wirkt auffällig verändert, beinahe flippig. Henning, Musikproduzent und hochsensibler Mensch, beschreibt vor allem die leisen Zwischentöne, die ihn treffen – und die unvorhersehbaren emotionalen Ausbrüche seiner Frau.
Erste Hinweise auf die Wechseljahre als Auslöser
Das Therapeutenpaar denkt sofort an die Wechseljahre. Andrea Katz-Straden spricht das Thema direkt an und fragt, ob Kati bei einer Gynäkologin in Behandlung ist, die Erfahrung mit Hormonersatztherapie hat. Kati verneint und berichtet von sehr schlechten Erfahrungen mit dieser Therapieform. Im Verlauf der Sitzung beschreibt Kati, dass sie manchmal selbst nicht wisse, wer sie sei. Sie sei schon immer emotional „unterwegs“ gewesen – aber „so schlimm war es nie“. Sie fühle sich im Dauerkrisenmodus und wisse, dass sie häufig ungerecht sei.
Henning: Verständnis, aber auch eigene Bedürfnisse
Henning betont, er habe großes Verständnis für seine Frau, aber auch eigene Bedürfnisse. Und damit meint er nicht nur Sexualität. Die eigentlich gute Beziehung sei massiv beschädigt. Er fragt sich, wie lange er das noch aushält. Was Henning und Kati beschreiben, sehen die Therapeuten in Beziehungen während der Wechseljahre oft: Beide fühlen sich allein – nur an unterschiedlichen Stellen. Und genau an diesem Punkt zeigt sich, warum die Wechseljahre für viele Paare gefährlicher werden, als beide zunächst ahnen.
Drei Dinge, die Paare in den Wechseljahren verstehen müssen
Laut den Therapeuten gibt es drei zentrale Punkte, die Paare wie Henning und Kati verstehen müssen, um ihre Beziehung zu retten. Erstens: Die Wechseljahre sind nicht nur eine hormonelle Umstellung der Frau, sondern betreffen das gesamte System der Partnerschaft. Zweitens: Offene Kommunikation über Bedürfnisse und Ängste ist entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden. Drittens: Professionelle Hilfe, wie Paartherapie oder Hormonberatung, kann den Weg aus der Krise ebnen. Die Therapeuten raten: „Nehmen Sie die Symptome ernst und suchen Sie frühzeitig Unterstützung – das schützt die Beziehung vor langfristigen Schäden.“
Weitere Informationen und Selbsttests
Die Funke Mediengruppe bietet zudem einen Wechseljahre-Selbsttest an, der auf Nährstoffmängel hinweist. Viele Frauen unterschätzen die Auswirkungen der Wechseljahre auf ihre körperliche und seelische Gesundheit. Ein weiterer Artikel beleuchtet das Phänomen der unerkannten Wechseljahre mit 37 Jahren, die für Betroffene jeden Tag zu einem „krassen Kraftakt“ machen. Auch das Thema Sexualität in den Wechseljahren wird aufgegriffen: „Libido bedeutet Lebenslust“ – und Training kann helfen. Fazit der Therapeuten: Die Menopause ist selten allein schuld an Beziehungsproblemen, aber sie kann bestehende Konflikte verstärken. Mit Verständnis und professioneller Begleitung können Paare diese Phase jedoch erfolgreich meistern.



