Die Leiche des 84-jährigen Luigi Cavallari, Ehemann von Italiens Familienministerin Eugenia Roccella, ist am Vormittag aus dem Vicosee (Lago di Vico) nördlich von Rom geborgen worden. Damit endet für die 72-jährige Ministerin eine Zeit des bangen Wartens, die mehr als einen Monat andauerte. Cavallari war Ende Juni von einem kleinen Boot aus ins Wasser gesprungen und nicht wieder aufgetaucht, wie die Behörden mitteilten.
Ministerin dankt Einsatzkräften
Roccella, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks ebenfalls auf dem Boot befand, erklärte, für sie ende nun eine "Zeit des schmerzhaften Wartens". Sie bedankte sich bei allen Einsatzkräften für die Suche nach "meinem geliebten Luigi". Die Bergung wurde nach Angaben der Behörden am Vormittag durchgeführt, die genauen Umstände des Todes sind noch unklar.
Große Suchaktion mit moderner Technik
Nach Cavallaris Verschwinden startete eine großangelegte Suchaktion. Verschiedenste Einsatzkräfte waren vor Ort im Einsatz, darunter auch ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge mit Kamera- und Sonarsystemen. Diese Technik ermöglichte eine systematische Absuche des Sees. Trotzdem dauerte die Suche mehrere Wochen – offenbar trieb Cavallari weit von der Stelle seines Sprungs entfernt.
Die lange Dauer der Suche führte in sozialen Medien zu kritischen und teils hasserfüllten Kommentaren. Einerseits wurde die umfangreiche Suchaktion als unverhältnismäßig kritisiert, andererseits gab es persönliche Angriffe gegen Roccella. Sie gehört der rechten Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an und ist wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen und Abtreibungen umstritten.
Hintergrund: Roccella als Politikerin
Eugenia Roccella ist seit Oktober 2022 Familienministerin in der Regierung von Giorgia Meloni. Die studierte Philosophin und Journalistin engagiert sich seit Jahrzehnten in der Lebensrechtsbewegung und setzt sich für traditionelle Familienbilder ein. Ihre Positionen stoßen immer wieder auf Kritik von LGBTQ+-Aktivisten und Feministinnen. Der Tod ihres Ehemanns dürfte nun auch politische Reaktionen hervorrufen.
Die genauen Umstände des Unglücks werden derzeit von den Behörden untersucht. Eine Obduktion soll Klarheit über die Todesursache bringen. Die Familie hat um Respekt für ihre Privatsphäre in dieser schweren Zeit gebeten.



