Die Stadt Frankfurt hat vier neue Unterkünfte für Obdachlose gefunden, die schrittweise das Zeltlager in der Grünanlage am Eschenheimer Tor ersetzen sollen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Einrichtungen kann die Zeltunterkunft wie geplant zurückgebaut werden, teilte das Sozialdezernat mit.
Hintergrund: Schließung der U-Bahn-Station
Die Notunterkunft in der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor war kurzfristig geschlossen worden, weil der Brandschutz nicht ausreichte. Als Ersatz hatte die Stadt ein Zeltlager mit Feldbetten für 120 Personen in der benachbarten Grünanlage aufgebaut. Die Menschen mussten dort unter einfachen Bedingungen übernachten.
Nun sollen im August das Henriette-Fürth-Haus im Gutleutviertel und der Tagestreff Weser 5 im Bahnhofsviertel mehr als 70 Menschen aufnehmen. Im September folgen das Haus Lichtblick an der Eschersheimer Landstraße und eine Immobilie in der Innenstadt mit insgesamt rund 75 weiteren Schlafplätzen. Damit stehen insgesamt etwa 145 neue Plätze zur Verfügung.
Betrieb durch Caritas und Diakonie
Die Einrichtungen werden im Auftrag der Stadt von der Caritas und der Diakonie betrieben. Die beiden Wohlfahrtsverbände übernehmen die Betreuung der Obdachlosen und die Organisation des Alltags in den Unterkünften. Die Stadt Frankfurt stellt die Räumlichkeiten bereit und finanziert den Betrieb.
Die neuen Unterkünfte bieten nicht nur Schlafplätze, sondern auch Beratungs- und Unterstützungsangebote. Ziel ist es, den Menschen eine Perspektive zu geben und sie bei der Suche nach einer dauerhaften Wohnung zu unterstützen.
Rückbau des Zeltlagers schrittweise
Der Rückbau des Zeltlagers wird schrittweise erfolgen, sobald die neuen Plätze belegt werden können. Die Stadt betont, dass die Menschen nicht einfach auf die Straße entlassen werden, sondern nahtlos in die neuen Unterkünfte wechseln können. Die genauen Zeitpläne für den Rückbau werden derzeit abgestimmt.
Die Situation der Obdachlosen in Frankfurt hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil die Schließung der U-Bahn-Station viele Betroffene unvermittelt vor neue Herausforderungen stellte. Mit den neuen Unterkünften will die Stadt die Notlage entschärfen und langfristig bessere Bedingungen schaffen.
Die neuen Einrichtungen sind Teil der städtischen Strategie, die Zahl der Notunterkünfte zu erhöhen und die Qualität der Unterbringung zu verbessern. Die Stadt verweist darauf, dass die Nachfrage nach Plätzen in den Wintermonaten erfahrungsgemäß steigt und die neuen Kapazitäten auch dafür ausgelegt sind.
Reaktionen und Ausblick
Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) erklärte: "Mit den neuen Unterkünften schaffen wir nicht nur schnelle Abhilfe, sondern auch würdigere Bedingungen für die betroffenen Menschen. Ich danke Caritas und Diakonie für ihre Unterstützung." Die Stadt will die Entwicklung der Belegung beobachten und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen.
Die neuen Unterkünfte sind auf verschiedene Stadtteile verteilt, um die Menschen dezentral unterzubringen und eine Überlastung einzelner Viertel zu vermeiden. Die Standorte sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, sodass die Bewohner ihre Wege weiterhin erledigen können.
Bis zum vollständigen Rückbau des Zeltlagers werden die Menschen dort weiterhin betreut. Die Stadt hat zugesichert, dass die hygienischen Bedingungen und die Versorgung mit Mahlzeiten bis zum Ende sichergestellt sind. Die Zeltunterkunft war als Übergangslösung gedacht und wird nun durch feste Einrichtungen ersetzt.



