G7-Proteste in Genf: Tausende demonstrieren gegen Kapitalismus
G7-Proteste in Genf: Tausende gegen Kapitalismus

Massenproteste in Genf gegen G7-Gipfel

In der Schweizer Grenzstadt Genf haben am Sonntag Tausende Menschen gegen den G7-Gipfel in Frankreich demonstriert. Der Protest richtete sich vor allem gegen den Kapitalismus und die Politik der sieben führenden Industrienationen. Gut 7.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um die erwarteten bis zu 50.000 Demonstranten zu kontrollieren.

Hintergrund des Gipfels

Das Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA begann am Montag in Évian, etwa 50 Kilometer von Genf entfernt. Frankreich hatte angekündigt, keine Proteste auf seinem Gebiet zu dulden, weshalb die Organisatoren die Demonstration unter dem Motto „No G7“ in Genf anmeldeten.

Verlauf der Demonstration

Der Protestzug verlief zunächst friedlich entlang der genehmigten Route. Es gab keine Anzeichen von Konfrontation, bis ein Auto in Brand gesetzt wurde. Viele Plakate richteten sich gegen US-Präsident Donald Trump. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und war entlang der Route kaum sichtbar.

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Angst vor Ausschreitungen

Genf fürchtete Ausschreitungen, insbesondere in Erinnerung an die verheerenden Schäden und Geschäftsplünderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen das damalige G8-Treffen. Hunderte Geschäftsleute und Hoteliers hatten ihre Schaufenster mit Sperrholz verriegelt. Die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti, bezeichnete die Ereignisse von 2003 als Trauma für die Genfer Polizei. Verstärkung aus dem ganzen Land wurde aufgeboten, und seit zwei Tagen kontrollierten Polizisten Autos und Personalien von Passanten.

Teilnehmer und Forderungen

Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich Tausende Menschen mit Plakaten in einem Park am Genfersee. Viele trugen Palästinenserfahnen. Der Marsch wurde von einer Koalition aus rund 60 Gruppen organisiert, darunter Feministinnen, Gewerkschaftsvertreter, Kurden und ein „revolutionärer Block“. Die „No G7“-Koalition protestierte gegen US-Militärbasen in Europa, forderte höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitende und die Streichung der Geschlechtsangabe aus Ausweisdokumenten. Die G7 bezeichneten sie als „illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht“.

Sicherheitsmaßnahmen

Die Schweizer Sicherheitskräfte waren nicht nur für die Demonstration zuständig, sondern auch für die Sicherheit der anreisenden Staats- und Regierungschefs. Der Flughafen Genf ist der nächstgelegene zu Évian, die meisten Delegationen trafen am Montag ein. Genf liegt wie eine Enklave auf französischem Gebiet; die Schweiz hatte rund 30 Grenzübergänge bis auf sieben geschlossen und bereits am Freitag Personenkontrollen durchgeführt.

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