Gabrielle Scharnitzky (69) ist ein heimlicher Hollywood-Export. Die Schauspielerin, bekannt aus Serien wie „Verliebt in Berlin“, „Sturm der Liebe“ und „Call my Agent – Berlin“, hat auch in internationalen Produktionen wie der Apple TV+-Serie „Shantaram“ und „Treadstone“ (Prime Video) mitgewirkt. Ihre Karriere ist geprägt von einem außergewöhnlichen Lebensweg: Als Teenager lag sie im Koma, erlebte später häusliche Gewalt und fand Heilung in der Spiritualität. Heute lebt sie als Schamanin, sobald sie die roten Teppiche verlässt. Im Gespräch mit BILD spricht sie über ihre beiden Leidenschaften.
Rolle für die verstorbene Mutter
Ihr Auftritt in „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ (ARD) hat eine persönliche Bedeutung. Die Rolle spielt sie für ihre verstorbene Mutter, die ein großer Fan der Serie war. Scharnitzky erklärt: „Bevor sie starb, sagte ich zu ihr: ‚Bitte Mama, wenn du das Schwerste hinter dir hast, gib mir Zeichen – ich werde sie erkennen.‘ Und die Zeichen kommen, bis heute. Als Schamanin weiß ich, die Verbindung zu einem Menschen endet nicht mit dessen Tod. Wenn wir still werden und Mut haben, wirklich nach innen zu lauschen, können wir den Kontakt zu einer größeren Intelligenz wieder wahrnehmen.“
Spiritualität als Grundlage des Erfolgs
Auf die Frage, ob ihre spirituelle Lebenseinstellung zu ihrem Erfolg beiträgt, antwortet Scharnitzky: „Ganz sicher. Aber nicht, weil Spiritualität automatisch erfolgreich macht. Es hat mir geholfen, meiner inneren Wahrheit treu zu bleiben. Dieser Weg begann mit 15, nach einem Unfall lag ich vier Tage im Koma. Als ich zurückkehrte, kam ich aus einem anderen Bewusstsein. Von da an begleitete mich nur eine Frage: ‚Wie kann ich das leben, was ich wirklich bin?‘“
Vom Reisebüro zur Schauspielerei
Nach dem Koma arbeitete Scharnitzky zunächst als Reisekauffrau bei Pan American Airways. Sie liebt das Reisen, fremde Kulturen und Sprachen. Doch irgendwann fühlte sie sich „wie ein Tiger im Käfig“ und kündigte. Mit 30 begann sie mit dem Schauspiel. „Ein harter Weg, auf dem ich lernen musste, mit Ablehnung umzugehen. Ich begann Bühnenprogramme zu entwickeln und aufzuführen – in Berlin, später in New York.“
Der Weg zur Schamanin
Scharnitzky wurde von Grandmother Twylah Nitsch, der Clan-Ältesten und spirituellen Führerin des nordamerikanischen, indigenen Stammes der Seneca, als Schamanin erkannt und gefördert. „Als ich in das Reservat der Seneca kam, hatte ich bereits verschiedene Therapien hinter mir, aber erst dort erfuhr ich zum ersten Mal tiefe Heilung.“
Wie fand sie den Weg ins Reservat? 1992 hatte sie es in die letzte Auswahlrunde des berühmten „Actors‘ Studio“ in New York geschafft – als eine von 20 unter 1000 Bewerbern. Während der Vorbereitung auf das zweite Vorsprechen erhielt sie einen Anruf von der Filmemacherin Meryl Joseph, die im Cattaraugus Reservat eine Doku über die Seneca People drehte. Joseph sagte: „Der große Geist hat Grandmother Twylah letzte Nacht die Info gegeben, dass du ins Reservat kommen sollst.“ Scharnitzky spürte sofort: „Diesem Ruf muss ich folgen.“
Arbeit als Schamanin
Grandmother Twylah gab ihr den Auftrag, die Weisheit und Lehren der Senecas weiterzugeben. Das tut sie als Bewusstseins- und Transformations-Coach. „Ich verbinde Schauspiel und schamanisches Wissen und begleite Menschen dabei, Zugang zu verborgenen Ebenen ihres Wesens zu finden.“



