Das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt hat eine neue Bevölkerungsprognose bis 2040 veröffentlicht. Demnach könnte die Einwohnerzahl von derzeit etwa 2,13 Millionen auf rund 1,83 Millionen sinken. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter von knapp über 48 Jahren auf 49,9 Jahre. Die Prognose basiert auf dem Zensus 2022 und demografischen Trends.
Hauptursache ist die anhaltend niedrige Geburtenrate. Für den Zeitraum 2023 bis 2040 rechnet das Amt mit 225.600 Geburten und 608.900 Sterbefällen – ein Defizit von über 380.000 Menschen. Jedes Jahr sterben im Schnitt rund 20.000 Menschen mehr als geboren werden. Der emeritierte Professor Klaus Friedrich von der Universität Halle-Wittenberg führt dies unter anderem auf die Nachwendezeit zurück, als viele junge Menschen abwanderten.
Regional zeigen sich große Unterschiede. Der stärkste Rückgang wird für den Burgenlandkreis prognostiziert: In Gemeinden wie Mertendorf, Teuchern und Lützen könnte die Bevölkerung um rund ein Viertel schrumpfen. Deutlich moderater fällt der Rückgang im benachbarten Saalekreis aus, wo Städte wie Merseburg und Bad Dürrenberg nur etwa sieben Prozent verlieren. Grund ist die Nähe zu Halle, von wo jährlich rund 500 Menschen mehr in den Saalekreis ziehen als umgekehrt.
Die Prognose ist grundsätzlich zuverlässig, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse wie Pandemien oder Kriege eintreten. Solche Faktoren lassen sich nicht berücksichtigen. Der allgemeine Bevölkerungsschwund bleibt ein ernstes Problem, insbesondere in ländlichen Regionen, wo die Infrastruktur gefährdet ist.



