Getöteter Gerichtsvollzieher: Grausame Details im Prozess enthüllt
Getöteter Gerichtsvollzieher: Grausame Details im Prozess enthüllt

Sechs Monate nach der tödlichen Attacke auf einen Gerichtsvollzieher in Bexbach hat am Landgericht Saarbrücken der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Der 42-jährige Deutsche soll den 58-jährigen Beamten bei einer Zwangsräumung im November 2025 erstochen haben.

Laut Anklage griff der Mann zu einem sogenannten Sautöter, einem beidseitig geschliffenen Messer, das eigentlich zur Tötung von Wildschweinen dient. Mindestens 13 Mal stach er auf Kopf, Hals, Oberkörper und Arm des Opfers ein. Der Gerichtsvollzieher erlag noch am Tatort seinen Verletzungen.

Die Oberstaatsanwältin Şirin Özfirat betonte bei der Verlesung der Anklage, der Angeklagte habe aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch und grausam gehandelt. Das Opfer sei völlig arg- und wehrlos gewesen. Nach der Tat habe der Mann laut gerufen: „Das war Notwehr“ und „Da seid ihr selber schuld!“

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Der Verteidiger Dirk Gerlach kündigte an, die Tat als solche nicht zu bestreiten, stellte aber die rechtliche Einordnung infrage. Er sehe eher einen Totschlag als einen Mord. Die Staatsanwaltschaft geht von einer verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten aus, der an einer schizophrenen Störung leiden soll. Der Mann ist vorläufig in einer forensisch-psychiatrischen Klinik untergebracht.

Der Vertreter der Nebenklage, Daniel Jung, der die Witwe des Opfers vertritt, geht dagegen von voller Schuldfähigkeit aus: „Er hat absichtlich getötet, um zu verhindern, dass er geräumt wird.“ Der Prozess ist mit elf weiteren Terminen bis zum 21. August angesetzt.

Kollegen des getöteten Gerichtsvollziehers zeigten sich nach der Anklageverlesung erschüttert. Gerd Luckas, Vorsitzender des Landesverbandes der Gerichtsvollzieher im Saarland, sagte: „Diese Tat hätte jeden von uns treffen können.“ Er hoffe auf ein Urteil, das den Angeklagten dauerhaft von der Gesellschaft fernhalte.

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