Einweihung mit ökumenischem Gottesdienst
Mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst ist in der St.-Gotthardt-Kirche im Erfurter Ortsteil Marbach ein neues Glockenspiel eingeweiht worden. Ab sofort läuten zwei im vergangenen Jahr in Passau neu gegossene Glocken sowie eine historische Glocke aus dem Jahr 1703 vom Kirchturm herab. Damit endet nach Angaben der Kirchengemeinde ein jahrhundertelanges Provisorium, das auf die Schäden des Dreißigjährigen Krieges zurückgeht.
Jahrhundertealtes Provisorium beendet
Der Turm der St.-Gotthardt-Kirche war im Dreißigjährigen Krieg so schwer beschädigt worden, dass das Geläut verstummte. Seither waren die Glocken nicht mehr im Turm, sondern in einem Glockenhäuschen am Fuß der Kirche untergebracht. Dieses baufällige Häuschen wird nun nicht mehr benötigt. „Die Glocken hängen jetzt erstmals an dem Ort, der ursprünglich für sie vorgesehen war“, erklärte Pfarrerin Tabea Schwarzkopf. Das Provisorium hatte seinen Ursprung im Jahr 1640, wie die Kirchengemeinde mitteilte.
Neugüsse aus Passau und eine historische Glocke
Das neue Geläut besteht aus zwei Glocken, die im vergangenen Jahr in Passau gegossen wurden, sowie einer historischen Glocke aus dem Jahr 1703. Die alten Stahlglocken aus der Nachkriegszeit sowie die historische Glocke, die zuvor im Häuschen hingen, sind nun durch die neuen Glocken ersetzt. Die Glockenweihe wurde von einem ökumenischen Gottesdienst begleitet, bei dem Geistliche beider Konfessionen die neuen Glocken segneten.
Kosten und Finanzierung
Das gesamte Glockenprojekt kostete nach Angaben von Pfarrerin Tabea Schwarzkopf rund 65.000 Euro. Ein Teil der Summe wurde durch Spenden von Gemeindemitgliedern und Sponsoren aufgebracht. „Wir sind dankbar, dass wir dieses Kapitel der Kirchengeschichte abschließen können“, so Schwarzkopf. Die Kirchengemeinde plant nun, auch die Innenrenovierung der Kirche voranzutreiben.
Symbolik und Bedeutung für die Gemeinde
Die St.-Gotthardt-Kirche ist ein zentraler Ort im Erfurter Stadtteil Marbach. Mit dem neuen Geläut erhält der Kirchturm seine ursprüngliche Funktion zurück: Die Glocken rufen nun wieder zu Gottesdiensten, Taufen und Hochzeiten. Die Gemeinde sieht darin ein starkes Zeichen der Kontinuität und des Glaubens. „Die Glocken sind die Stimme der Kirche“, betonte Pfarrerin Schwarzkopf. „Nach über 350 Jahren ist diese Stimme nun wieder am richtigen Ort.“



